Von Saudi Aramco bis Facebook: Die größten Börsengänge der Geschichte – und warum SpaceX sie alle in den Schatten stellen könnte
Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX bereitet sich auf einen Börsengang vor, der zu den bedeutendsten der Geschichte zählen könnte. Das Raketen- und Satellitenunternehmen peilt einen Gang an die Wall Street bereits im kommenden Monat an. Laut Berichten könnte SpaceX dabei bis zu 75 Milliarden Dollar (68 Milliarden Euro) einsammeln – mehr als bei jedem bisherigen Börsengang.
Zum Vergleich ein Blick auf alle bisherigen Rekordhalter, die SpaceX damit übertreffen würde.
Aktueller Rekordhalter: Saudi Aramco
Das profitabelste Ölunternehmen der Welt hält den Rekord mit einem Börsengang über 25,6 Milliarden Dollar (23,2 Milliarden Euro) an der Börse in Riad im Dezember 2019.
Für die Strategie „Vision 2030“ Saudi-Arabiens war das ein Meilenstein. Das Königreich will sich schrittweise von den Öleinnahmen lösen und die Wirtschaft für ausländische Investoren öffnen. Kronprinz Mohammed bin Salman hatte den Plan 2016 gestartet – mit Aramco, dem Kronjuwel der saudischen Wirtschaft, im Zentrum.
Selbst dieser Rekord entspricht jedoch nicht einmal einem Drittel dessen, was SpaceX angeblich anvisiert.
Tech-Giganten
Auf Platz zwei folgt Alibaba. Der E‑Commerce-Konzern von Jack Ma nahm im September 2014 an der New Yorker Börse 21,8 Milliarden Dollar (19,8 Milliarden Euro) ein. Damals war es der wohl meistbeachtete Börsengang eines Technologiekonzerns – und blieb jahrelang Rekordhalter.
Einen weiteren großen Tech-Börsengang legte Facebook, heute Meta, hin. Das Unternehmen sammelte 16 Milliarden Dollar (14,5 Milliarden Euro) ein.
Beim Nasdaq-Debüt im Mai 2012 kam es zu massiven technischen Pannen. Die Aktie geriet zeitweise außer Kontrolle, frühe Anleger mussten ein paar schmerzhafte Wochen durchstehen. Inzwischen zählt Zuckerbergs Konzern zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.
Schwergewichte aus Japan
SoftBank Corp nahm im Dezember 2018 in Tokio 21,3 Milliarden Dollar (19,3 Milliarden Euro) ein. Gründer Masayoshi Son gilt als einer der bekanntesten Zocker der Tech-Branche – sein frühes Investment in Alibaba ist heute Dutzende Milliarden Dollar wert.
Ebenfalls auf der Liste steht NTT DoCoMo, die Mobilfunksparte von Nippon Telegraph and Telephone, dem teilstaatlichen Telekomriesen Japans. Ihr Börsengang in Tokio im Oktober 1998 brachte 18,1 Milliarden Dollar (16,4 Milliarden Euro) ein – auf dem Höhepunkt des globalen Mobilfunkbooms, als Anleger förmlich um Beteiligungen in dem Sektor rangen.
Chinas Bankenriesen
Zwei staatliche chinesische Kreditinstitute tauchen ebenfalls in der Rangliste auf. Das zeigt, wie mächtig Pekings Finanzhäuser in den Jahren nach der Krise von 2008 geworden sind.
Die Agricultural Bank of China nahm im Juli 2010 in Shanghai und Hongkong 19,2 Milliarden Dollar (17,4 Milliarden Euro) ein – einer der größten Börsengänge der von der Staatsführung gesteuerten Wachstumsoffensive.
Die Industrial and Commercial Bank of China, nach Vermögenswerten die größte Bank der Welt mit einer Bilanzsumme, die über dem Bruttoinlandsprodukt vieler Staaten liegt, holte 2006 an denselben Börsen 19,1 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro) ein.
Weitere Großdeals
Visa sammelte bei seinem Börsendebüt an der New York Stock Exchange im März 2008 17,9 Milliarden Dollar (16,2 Milliarden Euro) ein – mitten auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise. Für Investoren war das ein bemerkenswertes Vertrauensvotum in einer Phase, in der die Wall Street ins Wanken geriet.
Die AIA Group, der große asiatische Versicherungskonzern, der aus der Zerschlagung von AIG nach dessen Beinahe-Zusammenbruch in derselben Krise hervorging, nahm im Oktober 2010 in Hongkong 17,8 Milliarden Dollar (16,1 Milliarden Euro) ein.
Der italienische Energiekonzern Enel, heute eines der größten Energieunternehmen Europas und ein wichtiger Akteur der globalen Energiewende, feierte im November 1999 sein Börsendebüt in Mailand und New York. Der Konzern erlöste damals 16,5 Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro).
Sollte SpaceX sein angepeiltes Volumen erreichen, würde das Unternehmen nicht nur an die Spitze der Rangliste rücken. Der Börsengang wäre fast dreimal so groß wie der aktuelle Rekord.