Bei einem täglichen Briefing in Peking fordert ein Regierungssprecher die USA auf, keine "völlig haltlosen" Vorwürfe gegen China mehr zu erheben. US-Präsident Donald Trump hatte China bezichtigt, sich in US-Wahlen eingemischt zu haben.
China weist den Vorwurf einer Einmischung in US-Wahlen zurück. Die Volksrepublik habe sich nie in US-amerikanische Abstimmungen eingemischt und habe daran auch kein Interesse. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Peking vorgeworfen, sich in die Wahl 2020 eingemischt zu haben.
"Die einschlägigen Vorwürfe der USA sind frei erfunden und sollen China verunglimpfen“, erklärte Außenministeriumssprecher Lin Jian. "Wir haben kein Interesse daran, US-Wahlen zu beeinflussen und haben dies auch noch nie getan.“
Auf die Frage, ob Trumps Äußerungen den für September erwarteten Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA beeinträchtigen könnten, sagte Jian: "Wie bereits gesagt: Wir fordern die USA auf, China nicht zum Thema ihrer Wahlen zu machen und Schritte zu unternehmen, die den Beziehungen zwischen China und den USA nutzen.“
Donald Trump hatte am Donnerstag in einer zur besten Sendezeit ausgestrahlten Rede an die Nation, seine Behauptungen über Wahlbetrug und ausländische Einmischung erneut vorgebracht. Mit diesen Vorwürfen hatte er bereits zuvor seine Niederlage gegen Joe Biden bei der Wahl 2020 bestritten.
"America is back und es läuft sehr gut, aber wir stehen weiterhin vor einer großen Herausforderung, die wir dringend angehen müssen. Kein Land kann groß sein ohne faire und ehrliche Wahlen“, sagte Trump in seiner Ansprache.
Nach Angaben des 47. US-Präsidenten steht China hinter dem "größten Hackerangriff auf Wahldaten in der Geschichte". Diese Anschuldigung wird allerdings als Widerspruch zu Trumps jüngsten und wiederholten Äußerungen gesehen, in denen er den chinesischen Präsidenten Xi Jinping als "Freund" bezeichnete.
Trump kündigte außerdem an, geheim eingestufte Dokumente zu veröffentlichen. Sie sollen belegen, dass China unrechtmäßig 220 Millionen Datensätze von US-Wählerinnen und Wählern erlangt habe. Nach seinen Angaben enthalten sie Namen, Adressen, Telefonnummern, Parteipräferenzen und weitere Daten, die für die Wählerregistrierung genutzt werden.
Seine neuen Anschuldigungen stehen im Widerspruch zu früheren Prüfungen und Gutachten. Dazu zählt auch eine Untersuchung von Trumps damaligem Justizminister William Barr, die keine belastbaren Hinweise auf Wahlbetrug bei der Abstimmung 2020 fand.
USA: diplomatische Reise nach Südostasien
US-Außenminister Marco Rubio reist in der kommenden Woche auf die Philippinen. Dort will er seine südostasiatischen Amtskollegen treffen, teilte das US-Außenministerium am Freitag mit.
Ministeriumssprecher Tommy Pigott erklärte, die Reise diene "einer klaren Priorität der USA: einem freien und offenen Indopazifik, der Sicherheit und Wohlstand für die Region und für die US-Bevölkerung bringt“.
Das Außenministerium nannte zunächst keine Details zu Rubios Programm. Im vergangenen Jahr traf er am Rande eines ASEAN-Treffens den chinesischen Außenminister Wang Yi.
Die beiden Spitzendiplomaten telefonierten vor Kurzem, nachdem Trump im vergangenen Frühjahr China besucht hatte.