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Wegen Handelsstreit mit Kanada droht Trump: "Lake Ontario" soll "Lake America" werden

Ein Windsurfer gleitet durch die Wellen auf dem Ontariosee mit Blick auf die Skyline von Toronto in Mississauga, am 9. Februar 2024
Ein Windsurfer gleitet auf den Wellen des Lake Ontario bei Mississauga, mit Blick auf Toronto, am neunten Februar 2024. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Zwischen Zöllen und Wortgefechten: Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada erreicht eine neue Eskalationsstufe, betroffen sind Autos, Stahl und Aluminium auf beiden Seiten der Grenze.

US-Präsident Donald Trump erwägt nach eigenen Angaben, den Lake Ontario in „Lake America" umzubenennen. Der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada spitzt sich damit weiter zu.

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Eine solche Umbenennung würde an Trumps Alleingang aus dem vergangenen Jahr erinnern: Per Dekret hatte er damals bereits den Golf von Mexiko in „Gulf of America" umbenannt.

Zwischen den USA und Kanada tobt derzeit ein Handelsstreit. Kanada will voraussichtlich am Dienstag Vergeltungsmaßnahmen ankündigen. Die Gegenmaßnahmen sind eine Antwort auf neue US-Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 17 Milliarden Euro. Washington hatte die Abgaben am Wochenende eingeführt, nachdem die Gespräche zwischen beiden Ländern zuvor gescheitert waren.

„Die Vereinigten Staaten prüfen ernsthaft, den Lake Ontario in Lake America umzubenennen, weil wir nicht mehr damit rechnen, viel Handel mit Ontario zu treiben", schrieb Trump in einem Beitrag in sozialen Netzwerken. Ontario ist die bevölkerungsreichste Provinz Kanadas und Zentrum der heimischen Autoindustrie.

Screenshot eines Beitrags auf dem Truth-Social-Konto von US-Präsident Donald Trump, 25. August 2026
Screenshot eines Beitrags auf dem Truth-Social-Konto von US-Präsident Donald Trump, 25. August 2026 @realDonaldTrump

Die Wortgefechte zwischen beiden Staaten nehmen unterdessen zu. Trump forderte die kanadischen Führungspersönlichkeiten am Montag auf, „auf Linie zu gehen", oder mit Folgen zu rechnen, die „weit SCHLIMMER" seien als die bisherigen Zölle. Premierminister Mark Carney wirft Washington im Gegenzug vor, Kanada unterordnen zu wollen.

Trump drohte zudem mit neuen Zöllen von 50 Prozent auf kanadische Fahrzeuge, Autoteile und Stahl. Carney erklärte, die US-Forderungen im Handelsstreit zeigten, dass Washington „unsere Schlüsselindustrien zerstören" wolle, darunter Autos, Stahl und Aluminium.

Kanada und die Vereinigten Staaten sind wirtschaftlich eng verflochten. Beide Länder unterhalten eines der größten Handelsvolumen der Welt, mit stark integrierten Lieferketten in den Bereichen Autos, Energie, Landwirtschaft und Industrie. Ein länger andauernder Handelskonflikt könnte für Unternehmen und Beschäftigte auf beiden Seiten der Grenze teuer werden.

Unternehmen und Verbraucher geraten dabei zwischen die Fronten. Sie wissen nicht, wie stark die Preise am Ende steigen werden. Michael Howard II., der in Warren im US-Bundesstaat Michigan nahe Detroit ein Möbelunternehmen betreibt, rechnet mit harten Einschnitten. Die Zölle würden „unsere Fähigkeit schwächen, unsere Familie zu ernähren, und auch unsere Möglichkeiten einschränken, etwas an unsere Gemeinde zurückzugeben", sagte er.

Kanadas Premierminister Mark Carney spricht in Ottawa, 22. August 2026
Kanadas Premierminister Mark Carney spricht in Ottawa, 22. August 2026 The Canadian Press

Howard und seine Frau haben ihr Unternehmen vor zehn Jahren gegründet. Sie fertigen und verkaufen alles von Esstischen bis zu Bücherregalen. „Zu behaupten, wir bräuchten Kanada nicht, ist schlicht unaufrichtig", sagte er. „Es ist unehrlich und einfach nicht wahr. Wir brauchen unseren Nachbarn, und sie brauchen uns."

Kanadas Finanzminister François-Philippe Champagne und drei weitere Kabinettsmitglieder wollen ebenfalls Einzelheiten zu Hilfen für Beschäftigte vorstellen, die von den Zöllen betroffen sind.

Carney erklärte bereits am Montag, Kanada müsse sich womöglich von der bisherigen Praxis verabschieden, US-Zölle eins zu eins zu spiegeln. Stattdessen solle die Gegenwehr gezielter ausfallen und vor allem kanadische Arbeitsplätze und Unternehmen schützen.

„Eine Haltung am Verhandlungstisch, wonach Kanada eine Tochtergesellschaft der Vereinigten Staaten sei, akzeptieren wir nicht", sagte Carney.

Auf Französisch wurde Carney noch deutlicher: „Wir haben in den Verhandlungen gelernt, dass die Amerikaner unsere wichtigsten Industrien zerstören wollen, darunter Autos, Stahl und Aluminium. Das war einer der Hauptgründe, warum wir Nein gesagt haben. Es war ein schlechtes Abkommen."

Weitere Quellen • AP

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