Ende Juli erklärte die UEFA, ihre 55 Mitgliedsverbände nähmen an keinen FIFA-Wettbewerben teil, solange der Vorschlag „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) bestehe.
Der europäische Fußballverband UEFA will Medienberichten zufolge seine Boykottdrohung gegen FIFA-Wettbewerbe zurücknehmen. Vorausgegangen sind Zusicherungen, dass Präsident Gianni Infantinos umstrittener Plan für private Investoren nicht wieder auf den Tisch kommt.
Über den Schritt wollen die UEFA-Mitgliedsverbände am Donnerstag beraten, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Associated Press sagte.
Euronews hat die UEFA um eine Stellungnahme gebeten.
Ende Juli kündigte die UEFA an, ihre 55 Mitgliedsverbände würden nicht an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange der Vorschlag zur FIFA Forward Enterprise (FFE) weiterverfolgt werde.
Der inzwischen verworfene Plan sah vor, externe Investoren in die FFE aufzunehmen. Die neue Tochtergesellschaft sollte das gesamte Wirtschafts- und Eventgeschäft der FIFA übernehmen, darunter auch die Vermarktung der Weltmeisterschaft.
Anfang des Monats begrüßte die UEFA zwar die Entscheidung der FIFA, den heftig kritisierten Vorschlag zu verwerfen. Zugleich erklärte sie, die Voraussetzungen für ein Ende des Boykotts seien noch nicht erfüllt.
„Die UEFA-Verbände haben die Bedingungen für eine Nichtteilnahme an FIFA-Wettbewerben sehr klar formuliert“, hieß es Anfang August in einer Mitteilung des europäischen Verbandes.
„Erstens mussten die Pläne, die großen Wettbewerbe zu verkaufen, zurückgezogen werden. Zweitens braucht es Zusicherungen, dass es keinen weiteren Versuch geben wird, unser Spiel auf diese Weise zu verzerren. Diese Bedingungen sind nicht erfüllt“, hieß es weiter.
Hebt die UEFA ihre Boykottdrohung nun auf, können sechs europäische Teams bei der U-20-Frauen-WM im kommenden Monat starten, die in Polen ausgetragen wird.
Polen, England, Frankreich, Portugal, Spanien und Italien stehen bereits im Teilnehmerfeld.
Fußball: Spaltung vertieft sich
Die Entscheidung der UEFA fällt in eine Phase wachsender Spannungen: Italien und Rumänien haben als jüngste Länder ihre Unterstützung für Infantinos Wiederwahl bei der FIFA-Präsidentenwahl 2027 zurückgezogen.
In einer Erklärung am Mittwoch sagte Giovanni Malagò, Präsident des italienischen Fußballverbands: „Wir werden weiter eng mit der UEFA und den anderen europäischen Verbänden zusammenarbeiten, um eine Vision des Fußballs zu fördern, die auf Leistung, Solidarität, Nachhaltigkeit und der zentralen Rolle der Fans beruht.“
„Wir stehen zu einem Modell des Dialogs, des Zuhörens und der geteilten Verantwortung, das es dem Fußball bislang ermöglicht hat, zu wachsen und zu innovieren und zugleich seine Grundprinzipien zu verteidigen“, fügte er hinzu.
Răzvan Burleanu, der Chef des rumänischen Fußballverbands, ergänzte: „Die FIFA braucht heute eine neue Führungspersönlichkeit, die Konsens und Einheit stiften kann, Vertrauen weckt und uns zusammenbringt, statt einen Keil zwischen uns und andere zu treiben.“
Infantino kann jedoch weiterhin auf einige zentrale Unterstützer zählen, darunter Argentinien, Mexiko und sechs arabische Fußballverbände.
Auch US-Präsident Donald Trump stellte sich im August hinter den unter Druck geratenen FIFA-Chef.
In einem Beitrag auf der Plattform Truth Social schrieb Trump, der Weltverband würde „einen schrecklichen Fehler begehen“, falls er sich von Infantino trenne.
„Er ist fantastisch und hat gerade die erfolgreichste Weltmeisterschaft aller Zeiten verantwortet, viermal so erfolgreich wie jede zuvor“, schrieb Trump weiter und fügte hinzu: „Wenn er weg ist, wird sie nie wieder so erfolgreich oder profitabel sein.“