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Schüler-Aufstand in Frankreich: 625 Festnahmen und 119 Verletzte

Aktionen gab es in Einrichtungen in der Île-de-France sowie in Lyon, Straßburg und Nizza; die Hauptgewerkschaft drängt auf weitere Proteste und ein Treffen.
Aktionen fanden in Einrichtungen in Île-de-France, Lyon, Straßburg und Nizza statt. Die Hauptgewerkschaft fordert eine Fortsetzung der Proteste und ein Treffen. -  Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Christina Molle
Zuerst veröffentlicht am
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Landesweit protestieren Schüler gewaltsam gegen Kürzungen im Bildungssystem. Bilanz der Gewaltwelle bislang: 625 Festnahmen und 119 Verletzte.

Die gewaltsamen Proteste haben sich auch am Mittwoch an französischen Schulen fortgesetzt, unter anderem in Saint-Denis, Straßburg und Lyon. Die Jugendlichen fordern vor allem Ersatz für fehlende Lehrkräfte, mehr finanzielle Mittel, die Sanierung ihrer Gebäude und „würdige“ Lernbedingungen.

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Innenminister Laurent Nuñez sprach am Abend von einer „Ausweitung der Bewegung“ und berichtete von 625 Festnahmen. Bildungsminister Edouard Geffroy erklärte, seit Beginn der Unruhen seien 119 Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte des Bildungswesens verletzt worden: „Insgesamt wurden 34 Mitarbeitende seit Beginn der Ausschreitungen verletzt. So etwas hat es im Bildungsministerium noch nie gegeben. (...) Es ist in keiner Weise hinnehmbar, dass Staatsbedienstete, die ihr Leben ihren Schülerinnen und Schülern widmen, Ziel von Angriffen werden.“

Nuñez berichtete außerdem von 83 verletzten Polizisten und Gendarmen. Die Polizei-Aufsichtsbehörde IGPN leitete drei Ermittlungen ein, nachdem Schülerinnen und Schüler bei Blockaden von Schulen in Sevran (Seine-Saint-Denis), Saint-Ouen-l’Aumône (Val-d’Oise) und Tours verletzt worden waren. In Tours erlitt ein junger Mann am Mittwoch eine Kopfverletzung und kam ins Krankenhaus.

In der Region Île-de-France meldete die Regionalverwaltung zahlreiche beeinträchtigte Lycées. Auch in Lyon, Straßburg und Nizza gingen die Proteste weiter. In mehreren Städten berichteten Präfekturen und Kommunen von brennenden Mülltonnen, abgeschossenen Feuerwerksmörsern, Barrikaden und Festnahmen im Zusammenhang mit den Aktionen.

Ausschreitungen in mehreren Städten

Trotz Appellen zur Ruhe kam es auch an diesem Mittwoch erneut zu Ausschreitungen. In Île-de-France waren nach Angaben der Region 75 Lycées „gestört“, in 36 davon kam es zu „Gewalt, Zusammenstößen und Sachbeschädigungen“. In Lyon verschärfte sich die Lage rund um mehrere Schulen und in der Metropolregion, die Polizei nahm 14 Personen fest.

In Straßburg rückten die Feuerwehrleute an, um Mülltonnenbrände vor dem Berufsgymnasium Geiler de Kaysersberg zu löschen. In Nizza wurden mehrere E‑Bikes eines Verleihsystems vor dem privaten Lycée Don Bosco in Brand gesetzt. In Tours kam ein junger Mann mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus, mutmaßlich nach einem Gummigeschoss-Treffer durch eine Polizeiwaffe. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Auch andere Städte meldeten Mülltonnenbrände, Mörserböller, Barrikaden und Festnahmen im Zusammenhang mit den Protesten.

„Mehr Mittel für die Bildung“

Der Innenminister bekräftigte auf dem Netzwerk X seine Unterstützung für die Präfektinnen und Präfekten, „damit sie das richtige Gleichgewicht zwischen der Verhältnismäßigkeit der Einsätze, der notwendigen Wahrung der öffentlichen Ordnung und dem Schutz von Menschen und Eigentum finden“.

Emmanuel Macron erklärte bei einer Pressekonferenz am Mittag in Madrid, wo er zu einem Staatsbesuch weilt, die Mobilisierung rechtfertige keine „Gewalt“ und politische Verantwortliche seien „nicht dazu da, Ängste zu schüren und das Schlimmste heraufzubeschwören“ – eine deutliche Anspielung auf La France insoumise. Politische Führungspersönlichkeiten „stehen in der Verantwortung, weil es ein demokratisches Mandat gibt, weil sie in ruhiger Weise innerhalb eines geordneten Rahmens gewählt wurden“, fügte er hinzu. Er wolle „die Sorgen und manchmal auch den Zorn verstehen, den unsere Jugend empfindet“.

Auf X spottete der LFI-Parteichef Jean-Luc Mélenchon: „Macron und die Bewegung der Oberschüler: Schuld sind die Insoumis“. Er warf dem Staatschef vor, „die von ihm gegen junge Menschen angeordnete Polizeigewalt“ zu billigen. „Die Insoumis rufen zu gewaltfreien Kampfmethoden auf“, schrieb er in einer weiteren Botschaft, während seine Partei an vorderster Front die Blockaden von Lycées unterstützt, die in ganz Frankreich andauern. „Die mobilisierten Schülerinnen und Schüler sind in ihren Forderungen klar: Sie wollen mehr Mittel für ihre Bildung“, betonte der frühere Präsidentschaftskandidat.

Eine „Dialogplattform“

Angesichts der Protestwelle will die Regierung am Montag eine „Dialogplattform“ öffnen, zu der „alle Oberschülerinnen und Oberschüler beitragen können“, und ein „landesweites Rückmelde‑Event“ organisieren, um „strukturierte Antworten zu geben“, kündigte Bildungsminister Geffroy nach mehreren Tagen der Mobilisierung an.

„Dort können sie all ihre Anliegen, ihre Sorgen, Ängste, ihr Unverständnis und auch ihre Forderungen vorbringen, jeweils mit Blick auf ihre Region“, sagte er bei einer Pressekonferenz.

Die Regierung ruft zur Rückkehr zur Ruhe auf. Die Schülergewerkschaften haben jedoch bereits angekündigt, den Druck aufrechtzuerhalten.

Weitere Quellen • AFP

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