Bei der Verkündung des Friedensnobelpreises sagte Nobelkomitee-Chef Jørgen Watne Frydnes: „Der Preis geht an eine Person, die mit Mut und Integrität den Weg zu einer gerechteren Weltordnung weist.“
Die südafrikanische Juristin Navanethem „Navi“ Pillay erhält den Friedensnobelpreis 2026 für ihren Einsatz für internationales Recht und Frieden.
Bei der Bekanntgabe der Entscheidung sagte Jørgen Watne Frydnes, der Vorsitzende des Norwegischen Nobelkomitees, der Preis gehe an eine „Person, die mit außergewöhnlichem Mut und Integrität den Weg zu einer umfassenderen globalen Rechtsordnung gewiesen hat“.
„Die diesjährige Preisträgerin hat entscheidend dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden“, sagte er weiter.
Pillay war UN-Kommissarin für Menschenrechte
Pillay wurde in Durban an der Ostküste Südafrikas geboren. 2008 übernahm sie das Amt der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, das sie bis 2014 innehatte.
Früher in ihrer Laufbahn arbeitete sie als Strafverteidigerin für Anti-Apartheid-Aktivisten und half, Rechte für Gefangene auf Robben Island durchzusetzen.
Danach war sie stellvertretende Richterin am Obersten Gericht Südafrikas und Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda.
2003 wurde sie zudem zur Richterin am Internationalen Strafgerichtshof ernannt und arbeitete dort bis 2008 in der Berufungskammer.
2025, als sie der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ostjerusalem, und Israel vorstand, warf Pillay Israel Völkermord im Gazastreifen vor.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Pillay in den sozialen Medien und schrieb, „nur wenige haben ihr Leben so sehr der Gerechtigkeit, dem Frieden und der menschlichen Würde gewidmet wie sie“.
„Von der Gewalt der Apartheid in Südafrika bis zu den Schrecken des Völkermords in Ruanda hat sie sich einigen der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte gestellt“, schrieb sie weiter. „In einer Welt, die Gerechtigkeit mehr denn je braucht, sind ihr Mut und ihre moralische Klarheit ein kostbarer Kompass.“
Die Nobelstiftung kündigte im September an, das Preisgeld für die renommierten Auszeichnungen auf 12 Millionen schwedische Kronen in jeder Kategorie anzuheben, das sind rund 1,07 Millionen Euro.
„In diesem Jahr feiern wir den 125. Jahrestag des Nobelpreises, und in diesem Zusammenhang freuen wir uns, den Preisbetrag um eine Million erhöhen zu können“, sagte Hanna Stjärne, geschäftsführende Direktorin der Nobelstiftung. „Mit der Erhöhung des Preisgeldes unterstreichen wir die langfristige Bedeutung des Nobelpreises und stellen sicher, dass der finanzielle Teil des Preises seinen Wert über die Zeit behält.“