Bombendrohung gegen mindestens 14 Flüge in Europa. Maschinen von Kampfjets eskortiert. Alle sind sicher gelandet.
Großalarm im europäischen Luftraum. Gleich neun Passagierflugzeuge wurden nach Bombendrohungen zur Notlandung gezwungen! Die Passagiere einer Aer-Lingus-Maschine nach Rom fanden sich plötzlich auf einem französischen Militärstützpunkt wieder. Ein Flieger aus Helsinki musste sogar unter der Eskorte von Kampfjets in Rom landen.
Auch in Wien, Brüssel und Bulgarien kam es zu dramatischen außerplanmäßigen Zwischenlandungen, unter anderem bei Wizz Air und LOT. Und die Welle an Drohungen reißt möglicherweise noch nicht ab.
Der Airbus A320 der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus auf dem Weg von Dublin nach Rom ist am Donnerstag wegen eines Verdachts auf eine Bombendrohung nach Frankreich umgeleitet worden. Die französische Luftwaffe entsandte nach eigenen Angaben sofort Flugzeuge und eskortierte die Maschine zum Militärflugplatz Évreux in der Normandie.
Das Büro von Premierminister Sébastien Lecornu teilte später mit, das Flugzeug sei sicher gelandet. Die 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht worden. Kampfmittelräumteams untersuchten die Maschine.
Ob sich tatsächlich Sprengstoff an Bord befand, war zunächst unklar. Nach Angaben von Flugverfolgungsseiten hatte die Maschine zunächst einen Notfall gemeldet, nahe Paris die Richtung geändert und mehrere Schleifen geflogen, bevor sie nach Évreux umgeleitet wurde.
Weitere Vorfälle in Rom und Wien
Auch ein Finnair-Flug von Helsinki nach Rom war nach italienischen Medienberichten von einer anonymen Bombenwarnung betroffen. Die Maschine landete gegen 9.30 Uhr planmäßig auf dem Flughafen Rom-Fiumicino, wurde jedoch von Kampfjets der italienischen Luftwaffe begleitet. Anschließend liefen Sicherheitsüberprüfungen.
Zudem wurde ein Wizz-Air-Flug von Mailand-Malpensa nach Warschau nach einer während des Flugs eingegangenen Bombendrohung nach Wien umgeleitet. Die Airline bestätigte die Maßnahme und erklärte, sie arbeite mit den zuständigen Behörden zusammen.
Drei Ryanair-Flüge Richtung Sofia
Auch die bulgarischen Behörden meldeten am Donnerstag Bombendrohungen gegen drei Ryanair-Flüge mit Ziel Sofia. Wie das Verkehrsministerium nach Angaben von Reuters mitteilte, erreichten zwei Maschinen aus Kopenhagen und Madrid die bulgarische Hauptstadt. Ein drittes Flugzeug aus London wurde nach Plowdiw umgeleitet.
Drohwelle im europäischen Luftverkehr
Die Vorfälle reihen sich in eine Serie von Bombendrohungen im europäischen Luftverkehr ein. Bereits am Dienstag waren nach Behördenangaben mindestens sieben Flüge und ein Kreuzfahrtschiff betroffen. In Warschau musste ein Flughafen vorübergehend geschlossen werden, in Rom stiegen Kampfflugzeuge auf.
Die britische Regierung hatte die Vorfälle vom Dienstag als "bösartige Scherzdrohungen" bezeichnet. Ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Drohungen war zunächst nicht bestätigt.
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