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Zäune statt Zettel: Frankreich und Großbritannien planen Zusammenarbeit gegen illegale Einwanderung

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Zäune statt Zettel: Frankreich und Großbritannien planen Zusammenarbeit gegen illegale Einwanderung
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Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve und seine
britische Kollegin Theresa May wollen am Donnerstag in Calais eine
engere Zusammenarbeit gegen Schleuser und illegale Einwanderung vereinbaren. Doch Hilfsorganisationen sind skeptisch. Sie beklagen einen Mangel an staatlicher Initiative zur Entschärfung der humanitären Lage.

Das wirkliche Problem sei die Bürokratie – die lange Zeit, die bei der Bearbeitung von Asylanträgen verstreiche, so Francois Guennoc, Mitgründer der Organisation L’Auberge des Migrants (“Migrantenherberge”), die sich um Unterkünfte bemüht.

“Jemand, der heute Asyl beantragt, ist sechs bis acht Monate lang im Slum”, sagt Guennoc. “Und je länger sie dort sind, desto mehr Probleme gibt es. Ganz materielle Probleme, ein Dach über dem Kopf, Kochmöglichkeiten und so weiter, und natürlich auch sanitäre Probleme.”

Allein in der französischen Hafenstadt Calais, einem von vielen Brennpunkten derzeit, hausen rund 3000 Migranten in provisorischen Lagern. Jetzt, wo die Zäune höher werden, hoffen sie auf Barmherzigkeit im englischsprachigen Großbritannien.

“Ich hoffe, die britische Regierung kann sich einiger Migranten annehmen, die kommen wollen, um ihre Ausbildung fortzusetzen und auf ein gutes Niveau zu bringen”, sagt Ahmed, ein junger Ankömmling aus dem Sudan.

Auch die Stadt Calais wirft den Regierungen vor, Verantwortung im Umgang mit der Krise abzuwälzen. Sie fordert von Frankreich und Großbritannien 50 Millionen Euro an Beiträgen und Entschädigungen für entstandene wirtschaftliche Nachteile aufgrund der Flüchtlingskrise am Ärmelkanal. Die Bürgermeisterin droht mit einer Klage, sollte der Aufruf ungehört bleiben.