Gülen angeklagt: Massenprozess nach Putschversuch in der Türkei

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Von Euronews
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In der Türkei stehen seit Montag mehr als 200 Angeklagte vor Gericht, die am Putschversuch im vergangenen Jahr beteiligt gewesen sein sollen. Unter ihnen sind auch rund 30 ehemals hochrangige Mitglieder des Militärs. Den Angeklagten wird unter anderem der Mord an 250 Menschen sowie 2735-facher Mordversuch vorgeworfen.

Für den Prozess ist ein eigenes Gebäude errichtet worden. Hinter Zäunen demonstrierten Unterstützer der Regierung, als die Angeklagten in das Gericht geführt wurden. Sie forderten unter anderem die Todesstrafe fürdie Putschisten.

Unter den Angeklagten ist auch der erklärte Erzfeind des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der geistliche Fetullah Gülen. Er wurde in Abwesenheit angeklagt, da er sich in den USA aufhält. Ihm wirft die türkische Regierung vor, der Drahtzieher hinter dem Putschversuch zu sein. Die Urteile werden nach Angaben der türkischen Zeitung Daily Sabah am 16. Juli erwartet, pünktlich zum Jahrestag der Niederschlagung des Aufstands.

Der Putsch hatte am Abend des 15. Juli 2016 begonnen. Teile des Militärs versuchten, die Macht im Land zu übernehmen und nach eigenen Angaben Demokratie und Menschenrechte in der Türkei wiederherstellen. International wurde der Putschversuch verurteilt. Vor allem aus der EU kamen aber auch Warnungen an die türkische Regierung, sich an rechtsstaatliche Grundsätze und die Menschenrechte zu halten, beispielsweise bei der von Präsident Erdogan gewünschten Wiedereinführung der Todesstrafe.

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