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Libanon: Zehntausende demonstrieren gegen Trumps Jerusalem-Entscheidung

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Libanon: Zehntausende demonstrieren gegen Trumps Jerusalem-Entscheidung

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Die Proteste gegen die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump gehen weiter: Im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut sind am Montag Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen. Zu dieser Großkundgebung hatte die Schiitenmiliz Hisbollah aufgerufen, die in den südlichen Stadtvierteln Beiruts dominiert.

Die Demonstranten riefen Parolen wie "Jerusalem gehört uns" und schwenkten palästinensische Flaggen. Hibsollah-Anführer Hassan Nasrallah hatte schon vergangene Woche zu dem Protest aufgerufen. Er wandte sich per Videoschalte an die Demonstranten und wiederholte sein Versprechen, "an der Seite der Palästinenser zu stehen". Nasrallah rief die Palästinenser auf, gemeinsam gegen Israel vorzugehen.

Mehr als 400 000 palästinensische Flüchtlinge leben derzeit im Libanon. Dieser erkennt sein Nachbarland Israel nicht an.

In den Palästinensergebieten kam es erneut zu Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee. Im Westjordanland setzten Soldaten Tränengas ein, feuerten mit Gummigeschossen auf Demonstranten und es fielen auch richtige Schüsse. Demonstranten sollen Steine auf Soldaten geworfen und reifen verbrannt haben. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter einige Jugendliche, so Fotografen der Nachrichtenagentur AFP.

Raketen aus dem Gazastreifen, Luftangriffe Israels

Im Gazastreifen kam es erneut zu Luftangriffen der israelischen Armee: In der Nacht zu Dienstag wurde eine Rakete aus dem palästinensischen Gebiet am Mittelmeer auf Israel abgefeuert. Sie wurde vom israelischen Raketenschild abgefangen. Die Armee reagierte mit Angriffen auf Ziele der radikal-islamischen Hamas, so das Militär. Israel halte Hamas verantwortlich für den feindseligen Akt aus dem Gazastreifen.

Bereits am frühen Montagabend hatten militante Palästinenser Raketen auf Israel abgefeuert. Das Militär reagierte darauf mit Bodenangriffen, so palästinensische Medien. In der Nacht zum Samstag waren bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen zwei Hamas-Kämpfer getötet worden. Die Angriffe waren ebenfalls die Reaktion auf einen Raketenbeschuss aus dem Gebiet auf Israel.

Am vergangenen Mittwoch hatte Donald Trump entschieden, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen. Das löste im Nahen-Osten massive Unruhen und Proteste aus. Mindestens vier Palästinenser kamen bisher bei Protesten und israelischen Luftangriffen ums Leben, Hunderte wurden verletzt.