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Tödliche Straße: Anwohner zeichnen eigenen Zebra-Streifen

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Tödliche Straße: Anwohner zeichnen eigenen Zebra-Streifen

Besorgte Anwohner der Rue Marsui in Brüssel malen
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1030/0
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Nach dem Tod eines 83-jährigen Mannes in Brüssel haben zwei lokale Bürgergruppen die Sache selbst in die Hand genommen. Sie malten einen Fußgängerüberweg auf die Straße.

Der Mann war im Dezember 2017 an der Rue Masui, an der Grenze zwischen Schaerbeek und Brüssel City, überfahren worden. Der nächste Zebrastreifen war 150 Meter entfernt.

Pieter Fannes, ein Mitglied der Gruppe 1030/0 aus Schaerbeek, sagte Euronews, es sei "absurd", dass es auf der Straße keine Fußgängerüberwege gebe.

Es sei "empörend", dass in den sechs Monaten seit dem Tod des Mannes nichts zur Sicherung der Straße unternommen worden sei. Inzwischen habe es zudem weitere, nicht tödliche Unfälle gegeben.

"Die Leute überqueren die Straße mit Kindern nicht mehr", sagte Fannes. "Das Problem ist nicht nur das Fehlen von Zebra-Streifen, es ist eine der Straßen in Brüssel, die lange geradeaus führt. Sie ist sehr breit, und es gibt kaum Geschwindigkeitskontrollen. Die Menschen fahren wie Verrückte."

Drei Mitglieder der Brüsseler Schwesterorganisation 1000/0 der Gruppe 1030/0 haben vor zwei Wochen ihren eigenen Zebra-Streifen gemalt, um ihre Botschaft "absolut klar" zu machen, so Fannes. Die Zeichnung entstand genau an dem Ort, an dem der 83-Jährige ums Leben kam.

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Der selbst-gemalte Zebra-Streifen in der Rue Marsui1030/0

Die Aktion sei "grenzwertig" aber "wir sind keine Kriminellen [...] wir haben die Kreuzung mit Farbe auf Kreidebasis gemalt".

Die Polizei teilte dem belgischen Rundfunk Bruzz mit, dass der Übergang nicht rechtmäßig sei. Nur die Stadt dürfe Zebra-Streifen auf der Straße genehmigen und umsetzen. Wer sich über diese Regelung hinwegsetze, dem drohe eine Geldstrafe.

Während die Kreide vom Fußgängerüberweg fast weggespült ist, planen die Gruppen 1030/0 und 1000/0 bereits ihre nächsten Initiative. Wieder genau dort, wo der ältere Mann überfahren wurde.

Fannes zufolge will die Gruppe Designer rekrutierten, um eine weitere aufwändigere Installation zu schaffen.

"Dieses Mal werden wir etwas machen, das einem Fußgängerüberweg ähnelt. Aber nicht ganz, mit Farbe. Ein Projekt, das etwas weniger temporär ist, um auf das Problem hinzuweisen, ohne mit diesen rechtlichen Fragen konfrontiert zu werden".