Eilmeldung

Eilmeldung

"Antonio war voller Lebenslust" - 13 der tragischen Genua-Schicksale

Sie lesen gerade:

"Antonio war voller Lebenslust" - 13 der tragischen Genua-Schicksale

"Antonio war voller Lebenslust" - 13 der tragischen Genua-Schicksale
Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua sind rund 40 Menschen tot. Am Dienstagmorgen gab die Morandi-Brücke während eines Gewitters nach, warf Autos auf die darunter liegende Straße und zermalmte andere Autos unter ihrem Gewicht.

Bis zuletzt arbeiteten Retter rund um die Uhr, um nach Überlebenden zu suchen.

Unter den Opfern: Viele Italiener, die im Urlaub oder auf dem Weg zur Arbeit waren, einschließlich einer ganzen Familie.

Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigt, wenn die restlichen Trümmer beseitigt werden. Folgendes hat Euronews bisher über die Opfer in Erfahrung bringen können:

Andrea Cerulli, 48 Jahre alt

Euronews-Reporter haben Cerulli als eines der Opfer identifiziert. Der eingefleischte Fußballfan und Vater arbeitete 15 Jahre lang für CULVM, ein in Genua ansässiges Hafenunternehmen.

Die Anhänger des Fußballclubs Genua Club Portuali Voltri haben am Dienstag eine Hommage an ihren "Partner, Freund und Kollegen" auf Facebook veröffentlicht, bevor sie sich mit "Ciao Andrea" verabschiedeten.

Luigi Matti (35)

Matti's Familie hatte unmittelbar nach dem Einsturz der Brücke einen verzweifelten Aufruf zu Auskünften auf Facebook veröffentlicht. Sein Tod wurde Euronews aber später von seinem Bruder bestätigt. Matti, ein Bewohner von Genua, kam aus der kleinen Stadt Borghetto und wurde später von Bürgermeister Giancarlo Canepa in den sozialen Medien als eines der Opfer erwähnt:

"Die Stadtverwaltung schließt sich dem Schmerz von Giovanni an, einem vorbildlichen Bürger und Freiwilligen der Zivilschutzabteilung von Borghetto, und gedenkt des Verlustes seines lieben Neffen in der schrecklichen Tragödie von Genua", sagte der Bürgermeister in einem Facebook-Post.

Matti's Bruder Michele kritisierte in einem anderen Post die schlechte Instandhaltung der Brücke und beschuldigte die Verantwortlichen, "Gleichgültigkeit" gegenüber der Sicherheit an den Tag gelegt zu haben.

"Hoffen wir, dass wir in Zukunft in einem Land leben können, das wir und die Menschen, die es führen, wirklich lieben", fügte er hinzu.

Marta Danisi (29)

Danisis Tod wurde durch den Bürgermeister von Sant'Agata Militello, Bruno Mancuso, bestätigt, der in einem Facebook-Post sagte, dass zusammen mit ihr auch ihr Verlobter, der 32-jährigen Alberto Fanfani, beim Unglück ums Leben gekommen ist.

"Im Namen der gesamten Gemeinschaft drücke ich der Familie meine tiefe Trauer über den großen Schmerz aus, der sie heimgesucht hat", fügte er hinzu.

Mancuso erklärte den Mittwoch zum "Tag der Trauer" für die junge Krankenschwester und sagte, dass die Sommerveranstaltungen in der mittelalterliche Kleinstadt auf den 20. August verschoben würden.

"Ruhe in Frieden Marta Danisi zusammen mit deinem Liebsten", sagte ihre Freundin Giuseppina Ida Elena Giuffrida in einer weiteren, langen Hommage an die junge Frau und ihren Partner. "Möge der Herr dir Frieden geben."

Roberto Robbiano (44) und Ersilia Piccinino (41)

Freunde des Ehepaares aus Campomorone, einer Stadt in der Provinz von Genua, trauerten am Dienstag ebenfalls online um ihren Verlust. Es wird auch angenommen, dass der achtjährige Sohn des Paares, Samuel, mit ihnen starb.

"Ich kann immer noch nicht glauben, dass dir das passiert ist. Ich liebe dich und ich werde dich so sehr vermissen. Ruhe in Frieden", sagte der Reisebüroangestellte Fabio Vrenna in einem emotionalen Facebook-Post.

"Die Brücke verwüstete zwei Familien und ihre Freunde. Roberto Robbiano und Andrea Cerulli immer in unseren Herzen", sagte ein weiterer gemeinsamer Freund der beiden Opfer, Fransesco Procopio, in den sozialen Medien.

Antonio Stanzione (29)

Stanzione aus Torre del Greco in Neapel wurde ebenfalls beim Einsturz getötet. Er soll zusammen mit drei anderen Männern gestorben sein: Giovanni Battiloro, 29, Gerardo Esposito, 26, und Matteo Bertonati, 26, als die Gruppe nach Nizza im Süden Frankreichs reisen wollte.

"Du warst der Jüngste unter deinen Brüdern, voller Verlangen, noch so viele Dinge zu tun. Man konnte in deinen Augen sehen, wie viel Lebenslust du hattest. Du warst in eine Tragödie verwickelt, die dich ohne Vorwarnung von uns genommen hat", beklagte Cousine Anita Depasquale. "Gute Reise, Tony."

Stella Boccia (23)

Boccia, aus Civitella im Val di Chiana in der Toskana, wurde am Mittwochmorgen von ihrer Familie als tot bestätigt. Sie sagten, dass Stellas Leiche von Rettern unter Trümmern gefunden wurde.

Auf dem Facebook-Account ihres toskanischen Pizzarestaurants, Il Pescatore, entschuldigten sie sich bei den Kunden und sagten, das Restaurant würde bis auf weiteres schließen:

"Wir werden wegen Trauer geschlossen sein, leider blieb ein Stück unseres Herzens unter den Trümmern der Genuabrücke!"

Es wird angenommen, dass Boccia zusammen mit ihrem Freund, dem 27-jährigen Carlo Erazzo Trujillio, gestorben ist.

Giorgio Donaggio (61)

Donaggios Tod wurde vom italienischen Star-Radfahrer und TV-Moderator Vittorio Brumotti bestätigt, der, wie dieser sagte, seine Karriere unter anderem seinem Freund verdankte.

"Mein großer Freund Giorgio Donaggio, selbst Motorrad-Trial-Champion, ist bei der Katastrophe in Genua ums Leben gekommen. Er ist seit meiner Kindheit mein Idol und es ist auch sein Verdienst, dass ich bin, was ich heute bin. RIP Super George", schrieb er in den sozialen Medien.

Donaggio hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Mirko Vicini (31)

Amiu Genova Spa, Vicinis Arbeitgeber in Genua, trauerte am Mittwoch um den Verlust ihres Mitarbeiters. Das lokale Dienstleistungsunternehmen veröffentlichte eine Mitteilung der Leiterin Tiziana Merlino, in der sich diese dem Trauer seiner Familie anschloss.

"Der Schaden ist unermesslich, aber nie vergleichbar mit dem Schmerz, der uns durch den Verlust unseres Kollegen trifft", sagte Merlino.

Laut seiner Facebook-Seite war Vicini ein "ökologischer Dienstleister" bei Amiu.

In der Firmenmitteilung hieß es zudem, dass die Behörden immer noch nach einem weiteren Mitarbeiter suchen, der noch vermisst wird.

Vier französische Jugendliche erwähnt

Französische Medien haben vier französische Jugendliche identifiziert, von denen angenommen wird, dass sie sich unter den Toten befinden: William Pouzadoux (22), Mélissa Artus-Bastit (21) aus Toulouse, Nathan Gusman, der in seinen Dreißigern war, und Axelle Place (19).

Franceinfo und Le Parisien berichteten, dass die Gruppe von Frankreich nach Italien zu einem Rave reisen wollte, als sie getötet wurde.

Die Schwester von Pouzadoux wurde von Le Parisien zitiert: "Er war dickköpfig, aber witzig. Er war Winzer zwischen Orange und Châteauneuf-du-Pape.... Er hatte einen Hund, den er liebte, und er träumte davon, einen Lastwagen zu kaufen, um damit um die Welt zu reisen. "