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Diese 3 Fußballer starben bei Protesten in Iran - Ex-Kapitän kritisiert Schweigen der FIFA

Im Iran kamen 2026 zwei Fußballer ums Leben. Links Mojtaba Tarshiz, rechts Rebin Moradi.
Links: Mojtaba Tarshiz. Rechts: Rebin Moradi. Die Unruhen im Iran 2026 kosteten zwei Fußballern das Leben. Copyright  social media
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Von Babak Kamiar
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Mindestens drei bekannte Fußballer sind in Iran bei den Protesten getötet worden. Es gibt auch Kritik am Schweigen der FIFA.

Seit Beginn der Proteste in Iran am 28. Dezember 2025 sind mindestens drei bekannte Fußballer getötet worden. Der frühere Kapitän von Irans Nationalmannschaft hat die FIFA, den Weltfußballverband, wegen ihres Schweigens zu den Todesfällen kritisiert.

Lokalen Medien zufolge sind Mojtaba Torshiz, einst Spieler von Tractor Täbris, und seine Frau am vergangenen Donnerstag bei Protesten in Qaemshahr in der Provinz Mazandaran im Norden Irans getötet worden.

Inoffizielle Berichte nennen als Todesursache Schüsse durch Sicherheitskräfte. Die iranischen Behörden wollten sich nicht dazu äußern.

Das Ehepaar hat zwei Kinder. Einige Quellen melden, Torshiz’ Frau Arezoo Madani sei trotz schwerer Verletzungen noch am Leben.

Profifußballer Mojtaba Torshiz spielte für Nassaji Mazandaran, Tractor Täbris, Fajr Sepasi Schiras und Mes Kerman.

Mojtaba Tarshiz mit seiner Familie
Mojtaba Tarshiz mit seiner Familie social media

Masoud Shojaei, früherer Kapitän der iranischen Nationalelf, kritisierte die FIFA für ihr Schweigen zu den Tötungen iranischer Sportler bei den Protesten.

In einem Instagram-Beitrag wandte er sich an den Fußball-Weltverband und fragte, wann dieser endlich reagiere. Er bezog sich dabei auf die Tötung von mindestens drei Fußballern während der Demonstrationen.

Saeid Mahmoudizad Azari, früher Geschäftsführer der iranischen Klubs Zob Ahan, Foolad FC und Nassaji, reagierte mit einer Instagram-Story auf das, was er als Verbrechen der Islamischen Republik bezeichnet.

Der 57-Jährige sprach von einem Völkermord und schrieb über den Tod von Tausenden Menschen: "Sie stempelten Demonstrierende als Randalierer ab und die Randalierenden als Terroristen, um einen Vorwand für das Massaker an den Menschen dieses Landes zu schaffen.“

Azari schrieb auch: "Die Hände, die den Abzug betätigten, und die Köpfe, die die Befehle gaben, sollten sicher sein, dass ihnen eine harte Abrechnung bevorsteht."

Aus kurzer Distanz in den Rücken geschossen

Das 17-jährige Fußballtalent Rebin Moradi wurde am 8. Januar 2026 in Parand bei Teheran getötet. Sein Vater berichtete, die Rechtsmediziner hätten ihm gesagt, sein Sohn sei aus nächster Nähe von hinten erschossen worden.

Die Kugel ging durch die Brust des Jugendlichen und tötete ihn, so der Vater. Moradi trug bei Saipas Jugendteam das Trikot mit der Nummer acht.

Nach Berichten knüpften die Sicherheitskräfte die Herausgabe des Leichnams des 17-Jährigen zunächst an eine Bedingung. Der Vater sollte dem Staatsfernsehen ein Interview geben und behaupten, sein Sohn sei von „Randalierenden“ getötet worden.

Einen Tag später sendete das Staatsfernsehen ein Interview mit Moradis Vater, auch bekannt als Mobin Moradi. Unter Tränen sagte er: "Er wurde aus nächster Nähe erschossen."

Die Familie Moradi stammt aus Salas-e Babajani in der Provinz Kermanshah und zog bereits vor Jahren nach Teheran, heißt es.

Amir Mohammad Kouhkan, Torwart und Trainer, wurde bei Straßenprotesten in der Provinz Fars durch direkte Schüsse getötet.

In seinem letzten Instagram-Post, wenige Stunden vor seinem Tod, teilte er eine Szene aus Martin Scorseses Film „Taxi Driver“. Darin sagt Robert De Niro als Travis Bickle: „Ich weiß nicht. Ich will einfach raus … Ich habe ein paar schlechte Ideen im Kopf.“

Menschenrechtsgruppen fordern Ermittlungen

Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt vor der wachsenden Zahl getöteter Demonstrierender gewarnt, darunter sind zahlreiche Jugendliche und Sportler. Sie verlangen unabhängige, transparente und internationale Ermittlungen zu den Todesfällen.

Die jüngste Protestwelle in Iran begann am 28. Dezember. Auslöser waren Proteste von Ladenbesitzern im Alaeddin-Einkaufszentrum in Teheran wegen eines plötzlichen Anstiegs der Lebensmittelpreise durch anhaltende Hyperinflation. Die Unruhen griffen rasch auf andere Städte über.

Nach einem Aufruf von Reza Pahlavi, dem Sohn des einstigen Schah des Iran, reagierten die Sicherheitskräfte mit massiver Gewalt. Als weitere Maßnahme zur Eindämmung der Unruhen schalteten die Behörden großflächig das Internet ab.

Unabhängigen Organisationen zufolge haben die Proteste bereits mehrere tausend Tote gefordert. Beobachter fürchten, dass die Zahl zu den höchsten in der jüngeren Geschichte Irans gehören könnte.

US-Präsident Donald Trump, der zuvor direkte Unterstützung für Demonstrierende im Falle staatlicher Gewalt zugesagt hatte, erklärte inzwischen, "verlässliche Quellen“ hätten ihm versichert, das iranische Regime habe die Tötungen beendet und werde keine Hinrichtungen vornehmen.

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