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Papst will bei Besuch in Irland Kindesmissbrauch ansprechen

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Papst will bei Besuch in Irland Kindesmissbrauch ansprechen

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Irland bereitet sich auf den Besuch von Papst Franziskus vor, der am 25. August nach Dublin fliegt.

Es ist ein Besuch von besonderer Bedeutung. Denn die katholische Kirche in Irland hat über Jahrzehnte hinweg tausende Kinder missbraucht oder unverheiratete Frauen von ihren Kindern getrennt.

Entsprechend gemischt sind die Gefühle, mit denen viele Iren den Papst nun erwarten.

Ein Student meinte: "Ich glaube, er ist ein guter Mann. Sie müssen natürlich einiges klären im Skandal um Kindesmissbrauch. Am schlimmsten hat es da uns getroffen, nach den USA. Aber ich denke, es schadet nicht, dass er herkommt, es ist ein verändertes Irland."

Franziskus kündigte an, sich mit Missbrauchsopfern zu treffen. Das sei wichtig, so die Journalistin Pat Coyle.

"Sie wissen, dass es in anderen Ländern auch passiert, und das nun erneut in diesem Ausmaß aus Australien und den USA zu hören, diese Wunde ist tief in der irischen Psyche und es weckt diesen Schmerz wieder auf. Die Menschen wollen, dass die Überlebenden den Papst treffen, sie wollen, dass der Papst etwas wirklich Bedeutungsvolles sagte. Nicht einfach nur 'Entschuldigung'. Das haben die Menschen schon viel zu oft gehört."

In einem Brief an alle Katholiken hatte der Papst jüngst das Versagen der Kirche im Umgang mit dem Missbrauchsskandal eingestanden und die Betroffenen um Vergebung gebeten. Er forderte eine "Null-Toleranz-Haltung" zum Schutz von Kindern und anderen möglichen Opfern.

Viele Iren werfen dem Vatikan vor, den Missbrauch nicht verfolgt und sogar verschleiert zu haben. In dem früher streng katholischen Land hat die Kirche viel an Glaubwürdigkeit verloren.

Vor etwa einer Woche wurde in Pennsylvania ein Bericht über sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche der USA vorgestellt. Mindestens 1000 Kinder waren hier von Priestern missbraucht worden.

Und auch in Chile beschäftigt dasselbe Thema die Menschen seit Monaten. In seinem Brief rief der Papst alle Katholiken dazu auf, die "Kultur des Missbrauchs" auszumerzen.