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Marc Chagalls Welttheater in Mantua

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Marc Chagalls Welttheater in Mantua

Marc Chagalls Welttheater in Mantua
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Menschen fliegen, tanzen und musizieren: Diese Inszenierung hat sich Marc Chagall selber ausgedacht, 1920 zur Gestaltung der Wände des Staatlichen Jüdischen Kammertheaters in Moskau. Jetzt wurde das Werk des Maler-Poeten in Mantua, Italien, rekonstruiert. Die Themen: "Einführung in das jüdische Theater", "Musik", "Tanz", "Drama", "Literatur", "Hochzeitsfest" und "Liebe auf der Bühne".

Tatiana Gorodkova, leitende Kuratorin der Tretjakow-Galerie in Moskau:

„Chagall wurde eingeladen und gebeten, die Dekorationen für die erste Aufführung des Theaters zu schaffen. Die Räume waren klein, ausgerichtet für 90 Personen. Als Chagall sie zum ersten Mal sah, beschloss er, die Wände zu bemalen und außerdem die Dekorationen zu schaffen, um die man ihn gebeten hatte.“

Mit dabei: "Fenster in der Datscha. Zaolzhje" - man sieht Chagall und seine Frau durch ein geschlossenes Fenster in die Natur schauen, zu einer Zeit, als der Künstler in seinem Heimatland isoliert war.

Gabriella Di Milia, Kuratorin der Ausstellung:

„Ich habe die Auswahl der Stücke auf die Jahre konzentriert, die meiner Meinung nach im Hinblick auf den internationalen Werdegang von Chagall die intensivsten, lehrreichsten und revolutionärsten sind.“

Die Ausstellung will auch nachvollziehbar machen, wie sich die literarische Welt mit der Kunst des Jahrhundertmalers verzahnt hat - Chagall hat fast 98 Jahre europäische Geschichte erlebt und zum Teil erlitten – am Beispiel seiner Illustrationen für Nikolaj Gogols „Tote Seelen“, die Fabeln von La Fontaine und die Bibel.

Marc Chagall: 'Wie in der Malerei, so in der Poesie', Palazzo della Ragione in Mantua, bis zum 13. Januar

Der Palast, der im Mittelalter das Stadtgericht war, musste 2012 nach Erdbebenschäden geschlossen werden und wird damit wieder als Ort für kulturelle Veranstaltungen und Kunstausstellungen genutzt.

su