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EU-Verteidigungsindustrie: innovativ und wettbewerbsfähig auch dank Start-ups

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EU-Verteidigungsindustrie: innovativ und wettbewerbsfähig auch dank Start-ups

EU-Verteidigungsindustrie: innovativ und wettbewerbsfähig auch dank Start-ups
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Diese Folge von Business Planet kommt aus dem spanischen Vigo. Unser Thema: Wie kann die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Ländern im EU-Verteidigungssektor effizienter gestaltet werden?

Transeuropäische Verbindungen dank OCEAN 2020

Im euronews-Interview steht Antonino Arecchi vom italienischen Technologie-Unternehmen Leonardo Rede und Antwort. Er erklärt, wie die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern im Verteidigungssektor funktioniert:

"Gerade wurde das Projekt OCEAN 2020 gestartet. Daran sind 42 Partner aus 15 europäischen Ländern beteiligt. Mit dem Projekt werden Missionen zur Meeresüberwachung und Blockaden des Seeverkehrs unterstützt. Zu diesem Zweck werden Drohnen und unbemannte U-Boote in Flottenverbände integriert", so Antonino Arecchi, Leonardo S.p.A..

OCEAN 2020 unterstützt Forschung und Entwicklung im Rahmen des EU-Verteidigungsfonds durch ein Konsortium unter der Führung des italienischen Technologieunternehmens Leonardo. Ziel ist, transeuropäische Verbindungen zwischen kleineren und größeren Unternehmen herzustellen, um die jeweiligen Produktionen so weit wie möglich zu integrieren. Start-ups und kleinere Unternehmen sind ebenso Mitglieder des Konsortiums wie die größeren Akteure der Rüstungs- und Dual-Use-Industrie.

EU unterstützt KMUs und Start-Ups

Beispielsweise entwickelte ein spanischer Marine-Ingenieur einen Prototyp einer Seedrohne: ​"Aus baulicher Sicht bieten unbemannte Schiffe neue Möglichkeiten. Die Notwendigkeit, Besatzungen an Bord unterzubringen, brachte bisher aus operativer Sicht viele Einschränkungen mit sich. Die unbemannten Boote lassen einem viel mehr Gestaltungsfreiheit", sagt Iñigo Echenique, Geschäftsführer von Seadrone.

Sein Start-up ist Mitglied von OCEAN 2020. Das Konsortium bewilligte dem Ingenieur 200.000 Euro für die Entwicklung und Ausstattung seines Prototyps eines unbemannten Bootes mit Hightech-Geräten, die mit der EU-Verteidigungsflotte kompatibel sind.

Mit diesem Seedrohnen-Prototyp steht die EU-Rüstungsindustrie in direkter Konkurrenz zu US-amerikanischen und israelischen High-Tech-Unternehmen.

"Die Boote dieses Typs ermöglichen Überwachungs-Seeoperationen in potenziell gefährlichen Gewässern, sowohl in Küstennähe als auch auf offenem Meer, ohne Menschen zu gefährden. ​​Die Beteiligung von KMUs an militärischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten stellt sicher, dass auch Ausgründungen in den Prozess der integrativen europäischen Verteidigungsindustrie einbezogen werden. KMUs sind reich an Talenten und tragen wesentlich zu technologischen Innovationen bei", sagt Antonino Arecchi von Leonardo.

Möglichkeiten für KMUs in der EU-Verteidigunsindustrie

  • ​Für eine effektive europäische Verteidigung muss die europäische Verteidigungsindustrie innovativ sein. ​
  • ​Der Europäische Verteidigungsfonds, der von der Europäischen Kommission im Juni 2017 eingerichtet wurde, koordiniert Investitionen in die Verteidigungsforschung, die Entwicklung von Prototypen sowie die Anschaffung von Ausrüstung und Technologie. ​
  • ​​Er hilft den EU-Ländern, Geld effizienter auszugeben, Doppelarbeit zu vermeiden und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen.
  • Aus dem Forschungsbereich des Fonds werden 90 Millionen Euro an Zuschüssen bereitgestellt, die zu 100 Prozent und direkt aus dem EU-Haushalt (2017-2019) finanziert werden.​​
  • Eines der im Rahmen des Fonds geförderten Forschungsprojekte ist Ocean 2020. Es bringt 42 Partner aus 15 EU-Ländern zusammen und zielt darauf ab, die technologische Führungsrolle Europas zu sichern, die Grundlagen für künftige Verteidigungsfähigkeiten zu schaffen und die europäische Verteidigungsindustrie innovativer und wettbewerbsfähiger zu machen. Das Projekt wird mit etwa 35 Millionen Euro gefördert.
  • Für den nächsten EU-Haushalt (2021-2027) schlug die EU-Kommission ein Budget von 13 Milliarden Euro für den europäischen Verteidigungsfonds vor, davon 4,1 Milliarden Euro für Forschungsprojekte. Nach der Forschungsphase stehen 8,9 Mrd. Euro zur Verfügung, um die Investitionen der Mitgliedstaaten durch Kofinanzierung der Kosten für Prototypentwicklung und für die damit verbundenen Zertifizierungen und Tests zu ergänzen. ​​

Nützliche Links:

Der Europäische Verteidigungsfonds: 5,5 Milliarden Euro pro Jahr

EU-Haushalt: eine stärkere Rolle der EU als Sicherheits- und Verteidigungsgarantin

OCEAN 2020