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Russland: Rentenproteste reißen nicht ab

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Russland: Rentenproteste reißen nicht ab

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Neue Proteste gegen das weithin unpopuläre russische Rentenreformgesetz vor der zweiten Lesung in der Staatsduma am Montag. In Moskau wurde der "Sozialmarsch der Millionen" von der Kommunistischen Partei organisiert, aber auch andere Bewegungen - wie die Linksfront – reihten sich ein.

Nikolai Levshitz, politischer Aktivist:

"Sie erhöhen das Renteneintrittsalter auf 65 Jahre, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 66 und einem halben Jahr. Macht 40 Prozent der Männer, die ihr Rentenalter nicht erleben. Also geht einfach das ganze Geld, das sie beim Staat eingezahlt haben, in die Taschen von Beamten, Putins Taschen, an seine Freunde oder irgendjemand anderem".

Laut Gesetzentwurf würde das Rentenalter für Männer bis 2028 von 60 Jahren auf 65 angehoben und für Frauen bis 2034 von 55 auf 60.

Nach anhaltenden Protesten gegen die geplante Rentenreform in Russland hatte Präsident Wladimir PutinÄnderungen angekündigt, etwa eine geringere Anhebung des Rentenalters für Frauen.

Politik-Analyst Andrey Kolesnikov, Carnegie Center:

"Für die Regierung ist dies natürlich ein Angst-Faktor. Ob auch für Putin ? – Keine Ahnung, das ist eine sehr spezifische Persönlichkeit. Aber angesichts der Tatsache, dass Putin im August, in sehr vertraulichem Ton, in einem völlig unerwarteten Umfeld, beschloss, mit den Menschen zu sprechen – es scheint auch für ihn ernst zu sein".

Es ist das erste Mal seit fast 90 Jahren, dass in Russland das Renteneintrittsalter nach oben verändert wird. In den vergangenen Wochen waren wiederholt Zehntausende Menschen gegen die Reformpläne auf die Straße gegangen.

Galina Polonskaya, Euronews:

„Studenten, Geschäftsleute, Rentner - fast alle Teile der russischen Gesellschaft waren hier bei dieser von den Kommunisten in Moskau organisierten Protestaktion vertreten, sie fordern ein Referendum, die wollen den Rücktritt der Regierung. Und sind sich sicher, dass die Anhebung des Rentenalters katastrophal sein wird für alle, die in diesem Land leben."

su mit dpa