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Das norwegische Modell als Vorbild für Brexit?

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Das norwegische Modell als Vorbild für Brexit?

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Szenen vom jüngsten EU-Gipfel in Salzburg. Hier fallen Entscheidungen für Europa.

Zugleich treffen sich in Brüssel die "anderen" Europäer, die mit der EU über ein Freihandelsabkommen verbunden sind.

Das sind Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein. Sie müssen an diesem Tag Dutzende von EU-Gesetzen unterzeichnen.

"Wir sind volles Mitglied des Gemeinsamen Marktes, aber als Nicht-EU-Mitglied gehören wir keinem der Entscheidungsgremien an", erklärt der norwegische Autor Paal Frisvold.

"Wir machen unseren Standpunkt gegenüber der EU-Kommission deutlich, müssen dann aber versuchen, die einzelnen Mitgliedstaaten von unseren Argumenten zu überzeugen."

Norwegen ist nicht im Europäischen Rat vertreten. An diesem Tag aber treffen sich Vertreter Norwegens und der EU-Institutionen, um sich auszutauschen.

"Als Nicht-EU-Mitglied praktizieren wir Europa nur stückweise. Da fühlen wir uns schon manchmals als Europäer zweiter Klasse", so Frisvold.

Ein selbst gewähltes Schicksal. Die norwegische Botschafterin Oda Helen Sletnes muss dennoch die Wirtschaft ihres Landes über EU-Gesetze auf dem Laufenden halten.

"Wir sitzen nicht mit am Tisch, aber wir arbeiten eng mit den EU-Institutionen zusammen, etwa dem Parlament und der Kommission. Wir haben zudem norwegische Experten, die die für uns wichtigen Themen in einem frühen Stadium der Gesetzgebung identifizieren."

Dieses norwegische Modell wird derzeit auch in Großbritannien diskutiert - als nachahmenswert nach dem Brexit.

Theresa May hat es allerdings ausgeschlossen. Zu unrecht, meint Frisvold, der wenig andere Optionen Londons für denkbar hält.

"Sie müssten dann schon ein anders Modell finden, was schwer sein wird. Am Ende wird es wohl so ähnlich aussehen wie das norwegische."