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Ryanair-Streik: "Du bist ein Sklave mit Krawatte"

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Ryanair-Streik: "Du bist ein Sklave mit Krawatte"

Ryanair-Streik: "Du bist ein Sklave mit Krawatte"
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Mit einem 24-stündigen Arbeitskampf in sechs europäischen Ländern haben Beschäftigte von Ryanair den Druck auf den irischen Billigflieger verstärkt. Vor Beginn der Herbstferien in vielen deutschen Bundesländern forderten Flugbegleiter und Piloten nicht nur mehr Geld, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zeigte sich solidarisch und warf Ryanair vor, fundamentale Rechte wie die Mitbestimmung in Frage zu stellen.

Nach Berechnungen des Portals www.airliners.de mussten 133 Ryanair-Flüge oder rund 40 Prozent der Verbindungen von und nach Deutschland gestrichen werden. Ryanair selbst erwartete, dass europaweit rund 250 von 2.400 Flügen ausfallen. Davon wären rund 40.000 Passagiere betroffen. Die Ryanair-Piloten in Deutschland drohten Europas größtem Billigflieger mit weiteren Streiks.

Sarkis Simonjan, ehemaliger Ryanair-Flugbegleiter:

"Inzwischen kann ich sagen, wenn du bei Ryanair als Flugbegleiter arbeitest, bist du ein Sklave mit Krawatte. Du bist ihr Sklave und wann immer du dich beschweren willst, feuern sie dich einfach, das war's."

Juan Fernandez, Streikender:

"Bei mir war es so: Meine Eltern schickten mir jeden Monat Geld, um zu überleben, und es ist wirklich sehr schwer, dort zu überleben."

Bryan Carter, Euronews:

"Hier am Flughafen Brüssel wurden etwa zwanzig Flüge abgesagt und Angestellte von Ryanair kamen in T-Shirts zusammen, auf denen steht geschrieben: "Ryanair muss sich ändern". Aber wenn man den Verlauf der Verhandlungen in den letzten Monaten anschaut, sind Zweifel erlaubt. Es stimmt, dass das Management des irischen Unternehmens und einige Gewerkschaften in einigen europäischen Ländern Vereinbarungen getroffen haben, aber es gibt immer noch viele strittige Punkte. Also dürften solche Aktionen in den kommenden Monaten weitergehen."

EASYJET ALS GEWINNER

Der britische Billigflieger Easyjet sieht sich als Profiteur der Flugausfälle beim größeren Konkurrenten Ryanair. Laut Unternehmen ist der Vorsteuer-Gewinn in dem am 30. September zu Ende gehenden Geschäftsjahr um mindestens 40 Prozent gestiegen.

su mit dpa