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Hunderttausende Vergewaltigungen: Nicht bloß weiterzählen

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Hunderttausende Vergewaltigungen: Nicht bloß weiterzählen

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Der Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege, Facharzt für Gynäkologie, setzt sich schon seit Ende der 80er Jahre für Frauen ein, die Opfer von sexueller Gewalt in Kriegsgebieten wurden. Er ist Experte für die Behandlung von durch Massenvergewaltigungen erlittene Verletzungen.

Im Interview mit Euronews sagte Mukwege:

"Wenn man sich die Opferzahlen anschaut, Millionen Tote, Hunderttausende vergewaltigte Frauen, dann kann man nicht so tun, als gebe es sie nicht und einfach weiterzählen. Die Welt muss sagen: Genug ist genug. Die Wahrheit muss ans Licht kommen. Die Verbrechen müssen gesühnt werden. Frauen dürfen nicht mehr zum Schlachtfeld werden. Wer das tut, muss von der Gesellschaft ausgeschlossen werden."

Friedensnobelpreisträgerin Murad: "Alle haben ein Recht darauf zu leben"

Der Friedensnobelpreis ging auch an die irakische Jesidin und Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad Sie hat eine dreimonatige Gefangenschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) überlebt. In dieser Zeit wurde sie als Sex-Sklavin gehalten. Murad lebt heute in Deutschland und zwar in Baden-Württemberg, wo rund 1000 Jesidinnen aus dem Nordirak durch ein Hilfsangebot der Landesregierung Schutz gefunden haben.

Im Interview mit Euronews sagte sie: "Ich setze mich dafür ein, dass Gruppen wie die Jesiden, die Christen, Minderheiten im Irak, in Syrien, dass diese Gruppen geschützt werden und nicht verschwinden. Das Ziel des IS ist es, diese Menschen auszurotten. Mein Ziel ist es, dies zu unterbinden. Alle Menschen haben ein Recht zu leben. Alle müssen das respektieren, dass alle ein Recht haben, zu leben und zwar so wie sie sind."