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Bürgermeister unter Hausarrest: Solidarität in Riace

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Bürgermeister unter Hausarrest: Solidarität in Riace

Bürgermeister unter Hausarrest: Solidarität in Riace
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Das Dorf Riace im Süden Italiens hat sich gegen die Abwanderung der Bevölkerung etwas einfallen lassen. Bürgermeister Mimmo Lucano hat sich gezielt um Flüchtlinge bemüht, die zum Arbeiten nach Riace ziehen. Jetz wurde er wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung zu Hausarrest verurteilt. Tausende Menschen aus ganz Italien sind deshalb nach Riace gekommen, um Solidarität mit dem Bürgermeister zu zeigen.

Don Pino de Masi ist Priester und unterstützt die Aktion des Bürgermeisters

"Wie haben immer voller Bewunderung nach Riace geschaut. Es ist ein Modell, das auch in anderen Städten probiert werden kann. Es wäre schade, wenn diese Chance nicht genutzt wird."

Migranten in der Region leben häu fig wie Sklaven als Arbeiter in der Landwirtschaft. Der Gewerkschafter Aboubakar Soumahoro setzt sich für diese Menschen ein:

"Was wir hier heute fordern ist sehr einfach: Das Riace Modell ist auf der Seite der Menschen, das Riace Modell gibt den Menschen Würde."

Andere Bürgermeister aus Italien erklären, auch sie müssten geltendes Recht brechen um Migranten zu helfen. Dazu gehört Alessio Pascucci aus Cerveteri in der Nähe von Rom.

"Wenn ein Bürgermeister die Regeln nicht verbiegt, dann macht er seinen Job nicht gut. Denn wir sind der Verfassung verpflichtet, und die steht im Gegensatz zu den Gesetzen die die Politik macht."

"Mimmo Lucano, der Stolz Kalabriens" rufen die Menschen vor dem Haus des Bürgermeisters, der sichtlich beeindruckt ist von der Solidarität.

"Ein großes Zeichen der Solidarität. Ich hätte nie gedacht, dass einmal so viele Leute vor meinem Haus stehen würden. Ich glaube wirklich, dass es Sinn macht, weiter von einer sozialeren Gesellschaft zu träumen."