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Radfahren nur mit Bodyguards: Zoe (22) trainiert für den härtesten Triathlon der Welt

Radfahren nur mit Bodyguards: Zoe (22) trainiert für den härtesten Triathlon der Welt
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Kaum zu essen und Straßen mit unzähligen Schlaglöchern sind bloß einige der Hürden, die man im krisengeschüttelten Venezuela überwinden muss, wenn man am schwersten Triathlon der Welt teilnehmen will.

Schon die körperliche Herausforderung an sich ist enorm: Die Venezolanerin Zoe Bello muss 3,86 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer laufen.

Zoe Bello (22) wird am 13. Oktober an der Ironman-Weltmeisterschaft in Hawaii teilnehmen. Das Rennen gilt als eines der schwierigsten der Welt. Wenn man die Traininigsbedingungen vor Ort berücksichtigt, wird schnell klar, dass allein ihre Teilnahme an diesem Wettbewerb eine Meisterleistung ist.

Mit Euronews hat sie über zahlreiche Probleme gesprochen, mit denen sie während ihrer Vorbereitungen konfrontiert ist.

Massives Sicherheitsproblem auf Venezuelas Straßen

Ein großes Problem ist die mangelnde Sicherheit auf venezolanischen Straßen. Daran muss sie sich ständig anpassen. So wurde ihr Ex-Freund während eines Radtrainings angeschossen:

"Ich sah, wie sich ein Motorrad einem Mann näherte, der die Straße entlang ging, und da das vor mir passierte, sah ich, wie der Mann eine Waffe zückte, um auf das Motorrad zu schießen. Also habe ich mich hinter einem Auto versteckt und darauf gewartet, dass sich die Situation beruhigte. Als ich wieder hervorkam, fand ich Alejandro mit einer Schusswunde am Bein, die sehr stark blutete."

Seitdem ist sie nur noch mit motorisierter Begleitung unterwegs:

"Man muss immer mit einer Begleitperson oder mit einem Begleitfahrzeug unterwegs sein, und ich denke, die zweite Schwierigkeit auf dem Fahrrad ist, dass hier viele Straßen in sehr schlechtem Zustand sind", so Zoe Bello.

Mangel an Produkten erschwert das harte Training

Bello bleibt optimistisch, auch wenn sie zugibt, dass die mangelnde Sicherheit ein Problem ist:

"Hier gibt es Unsicherheit, aber in anderen Ländern könnte es Winter sein. Die Wahrheit ist, wann immer du trainieren musst, gibt es ein Problem."

Auch die allgemeine Knappheit an vielen Produkten behindert ihre Bemühungen.

So wurde aufgrund des Chlormangels in einem Schwimmbad eine Ersatzchemikalie zugesetzt, was bei Bello, die dort trainierte, zu einer starken allergischen Reaktion führte.

"Ich bekam jedes Mal, wenn ich schwamm, Asthma", sagt sie.

In den Supermärkten sind die Regale oft leer, Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch und Mehl nicht immer zu haben. Doch wenn es sie gibt, ist Bellos Mutter Natalia Díaz eine der ersten, die davon erfährt.

"Die Leute aus dem Laden an der Ecke sind sehr begeistert von Zoes Vorbereitungen", erzählt sie. "Wenn sie Brot und Mehl bekommen, benachrichtigen sie mich sofort und reservieren diese Produkte sogar, weil sie wissen, dass sie für ihr Training unerlässlich sind."

Trainieren für den Ironman-Triathlon auf Hawaii: Fast ein Vollzeit-Job

Andere Hürden sind das Radfahren auf bröckelnden Straßen und die Suche nach Sponsorengeldern in einem Land mit Hyperinflation. Trotz der Herausforderungen gibt Zoe Bello nicht auf: Sie verbringt etwa 30 Stunden pro Woche mit der Vorbereitung auf das Rennen.

Ein normaler Trainingstag beginnt mit einem 15-Kilometer-Laufen mit verschiedenen Geschwindigkeitsintervallen, gefolgt von Physiotherapie-Einheiten mit muskulärer Elektrostimulation. Danach wird geschwommen, rund 3 Kilometer sind es meist.

Ein "Ruhetag", den die junge Frau ab und zu einlegt, bedeutet: 2.000 Meter Schwimmen und ein anschließendes Krafttraining im Fitness-Studio.

Wenn Sie Zoe Bello auf ihrem harten Weg zum Ironman in Hawaii unterstützen wollen, können Sie das auf ihrer Crowdfunding-Seite im Internet.

Übrigens ist Zoe Bello die kleine Schwester unserer Kollegin Camille Bello, die mit an diesem Artikel gearbeitet hat.