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Frankreichs Bischöfe treffen Missbrauchsopfer

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Frankreichs Bischöfe treffen Missbrauchsopfer

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Der Umgang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche steht im Zentrum der Herbstversammlung der französischen Bischöfe im Wallfahrtsort Lourdes.

Dabei wurden an diesem Samstag auch erstmals Opfer pädophiler Übergriffe durch Priester zu Gesprächen eingeladen. Für manche ein historischer Tag, für andere nur ein erster Schritt in die richtige Richtung.

"Am Ende steht die Aussöhnung, aber noch bin ich nicht bereit dazu", sagt Olivier Savignac, der 1993 in einem Ferienlager von einem Priester vergewaltigt wurde. "Denn wir repräsentieren hier auch die anderen Opfer, und alle sind noch nicht fähig dazu. Wir sind nicht hier, um Entschuldigungen zu hören, das wäre mir sehr unangenehm."

2016 hatten sich in Frankreich mehrere Missbrauchsopfer zu Wort gemeldet und eine gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Die Bischofskonferenz rief schließlich eine "Kommission gegen Missbrauch" ins Leben und richtete eine Website für Opfer und Angehörige ein.

Erst der Anfang

Dieses Treffen sei nur ein Anfang, so der Vorsitzende der Kommission Luc Crépy, Bischof von Le Puy. Danach sei nicht etwa alles geregelt. Im Gegenteil - es werde hoffentlich viele Dinge initiieren.

Anfang der Woche hatten die Bischöfe eine Zwischenbilanz im Kampf gegen Missbrauch vorgelegt. Seit 2010 reichten demnach 433 Personen Hinweise ein, 212 davon wurden an die Staatsanwaltschaft weitergereicht.

Im Vorfeld hieß es aus der Französischen Bischofskonferenz, man denke über die Einsetzung einer Kommission nach, um das Thema wissenschaftlich aufzuarbeiten.