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Drei Jahre nach Dieselgate: Kaum Fortschritte bei Problem-Autos

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Drei Jahre nach Dieselgate: Kaum Fortschritte bei Problem-Autos

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Drei Jahre nach dem Dieselgate-Skandal haben die Autohersteller nur minimale Fortschritte bei der Umrüstung von Millionen älterer Diesel-Fahrzeuge gemacht.

Stattdessen wurden viel Geld und Ressourcen ausgegeben, um die Sauberkeit einer veralteten Technologie zu beweisen.

Beim Diesel-Gipfel in Brüssel kamen Vertreter von Städten, Umweltverbänden und dem Gesundheitswesen zu einer ernüchternden Zwischenbilanz.

Schätzungen zufolge fahren heute 43 Millionen schmutziger Diesel-Autos auf Europas Straßen, 2015 waren es noch 29 Millionen.

Mit welchen Lösungen kann die Krise als Chance genutzt werden?

"Die Autohersteller müssen den Ernst der Lage begreifen und mehr in Elektrifizierung und Innovation investieren", sagt Connie Hedegaard, frühere EU-Umweltkommissarin und heute im Nachhaltigkeitsrat von VW.

"Das Geschäftsmodell hat sich geändert - es geht darum, Mobilität anzubieten."

Mitgliedstaaten und Kommission wurden aufgefordert, die Rückrufe und Umrüstung von Fahrzeugen EU-weit zu koordinieren.

Dabei sollten Emissions-Tests unter Wirklichkeitsbedingungen durchgeführt werden und nicht nur in Werkstätten.

Untersuchungen haben ergeben, dass hier die Ergebnisse weit auseinanderliegen.

Städte mit Erfahrungen von Fahrverboten oder -einschränkungen wollen noch weiter gehen.

"Wir sollten darüber nachdenken, das Fahren umweltschädlicher Autos zu besteuern", sagt der stellvertretende Bürgermeister von Utrecht in den Niederlanden, Victor Everhardt. "Das wäre ein Instrument, das wir auf kommunaler Ebene nutzen könnten."

Während reiche Städte im Westen Europas alte Diesel-Autos fernhalten wollen, werden dieselben Autos in osteuropäischen Städten immer mehr.

Denn der Verkauf von West nach Ost blüht - und sogar von Westeuropa nach Afrika.