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Italien will Rettungsschiff "Aquarius" beschlagnahmen

Italien will Rettungsschiff "Aquarius" beschlagnahmen
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Die italienische Staatsanwaltschaft will das private Rettungsschiff "Aquarius" an die Kette legen lassen, weil es potenziell gefährlichen Müll wie blutbefleckte Verbände und Kleidung von Migranten illegal entsorgt haben soll.

Das von "Ärzte ohne Grenzen" und "SOS Méditerranée" gemeinsam betriebene Schiff liegt derzeit im französischen Marseille vor Anker und ist damit außer Reichweite der italienischen Behörden.

Beide Organisationen verurteilten die Ermittlungen aufs Schärfste und werteten die Pläne zur Beschlagnahme der Aquarius als weiteren Versuch der italienischen Regierung, die Rettungseinsätze zu blockieren.

Dazu Marco Bertotto, Sprecher der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen":

"Wir haben die uns auferlegten Verfahren immer befolgt. Der Beweis dafür ist, dass wir während unserer dreijährigen Tätigkeit unter strenger Beaufsichtigung, keine Warnungen, keine Geldbußen und keine Auflagen von den zuständigen Behörden erhalten haben."

Italiens Innenminister Matteo Salvini wertet die Ermittlungen als Bestätigung seiner Entscheidung, italienische Häfen für Rettungsschiffe zu schließen. In einer Mitteilung seines Büros heißt es, er "habe nicht nur den Migrantenhandel gestoppt, sondern auch den Handel mit Müll".

Karline Kleijer, Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen spricht von einer politisch motivierten Anklage:

"Dies ist nicht das erste Mal, dass wir angeklagt werden. Wir wurden beschuldigt, Menschenschmuggel zu betreiben und medizinische Vorräte nicht ordnungsgemäß an Bord gebracht zu haben. Dies ist nun ein illegaler politischer Versuch, eines der letzten Rettungsschiffe aus dem Meer zu hohlen, während Menschen sterben".

Die "Aquarius" hat Tausenden Flüchtlingen das Leben gerettet. Panama hat Anfang Oktober dem Schiff die Flagge entzogen, sodass es nicht in See stechen kann.

Jetzt liegt das Schicksal des in Marseille liegenden Rettungsschiffes in den Händen der französischen Behörden.