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Lesbos: Regen setzt Flüchtlingslager unter Wasser

Lesbos: Regen setzt Flüchtlingslager unter Wasser
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Auf den Inseln Griechenland steigt die Zahl der ankommenden Flüchtlinge. Das führt, auch angesichts des bevorstehenden Winters, zu Spannungen. Die größte Zahl der Asylbewerber trifft Lesbos, das Tor nach Europa für die überwiegende Mehrheit der Migranten.

20 Minuten Regen: Land unter in Flüchtlingsunterkünften in Moria

Ein Wolkenbruch von 20 Minuten - und schon standen die provisorischen Flüchtlingsunterkünfte und Zelte in Moria auf Lesbos unter Wasser, Wege verwandelten sich in Schlammpisten. Die Lage auf der Insel hat sich nicht entspannt, täglich kommen neue Menschen an.

Farishat Yousoufi ist seit vier Monaten mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern aus Afghanistan hier, sie spricht von unerträglichen Zuständen:

"Wir leben in einem Zelt, das nicht groß genug für uns alle ist. Es regnet rein und wir können nicht schlafen. Wir müssen Stunden anstehen, wenn wir einen Arzt brauchen. Wenn wir Essen holen, verschwenden wir Zeit, weil wie stundenlang in der Schlange stehen."

Ohne Heizung und Strom: Angst vor dem Winter

Es gibt keine Heizung oder Strom auf dem Hügel neben dem Flüchtlingszentrum. Migranten , die dort leben, nennen es den "Dschungel"- viele versuchen, sich bestmöglich auf den Winter vorzubereiten.

In Afghanistan hat dieser Mann als Schauspieler gearbeitet und in zahlreichen Filmen mitgespielt. Auch er ist wegen der andauernden Gewalt und Armut in seinem Heimatland geflohen:

"Ich würde gern wieder in der Filmindustrie arbeiten, aber ich habe keine besondere Vorliebe, noch eine Wahl. Ich muss für meine zwei Söhne arbeiten. Ich will, dass sie lernen und ein besseres Leben haben. Eine Arbeit ist das Wichtigste für mich."

6.000 Menschen in Moria, 4.000 mehr als geplant

Fast 6.000 Menschen befinden sich im Hauptlager der Insel in Moria, das ursprünglich für nicht mehr als 2.000 Menschen eingerichtet wurde.

Der griechische Einwanderungsminister Ioannis Mouzalas erwägt nun, Hotels zu mieten und Kreuzfahrtschiffe auf die Inseln zu schicken, um die steigende Zahl der Menschen in den Wintermonaten unterzubringen.

Im Rahmen eines zwischen der EU und der Türkei vereinbarten Abkommens zur Eindämmung des Flüchtlingszustroms im März 2016 dürfen Flüchtlinge nicht auf das griechische Festland reisen, bis ihre Asylanträge bearbeitet sind.

"Die Flüchtlinge in Moria fragen alle dasselbe: Wann können wir diesen Ort verlassen? Viele scheinen ihren Traum von einem neuen Leben in Europa aufgegeben zu haben. Sie wünschen sich lediglich, von den Inseln auf das Festland zu kommen, wo sie sich bessere Lebensbedingungen erhoffen. Für Euronews aus Lesbos, Apostolos Staikos."