Obwohl nur wenige Kilometer breit, ist die Straße von Kertsch von großer strategischer Bedeutung. Diese unruhigen Gewässer sind seit langem eine Quelle des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland.
Obwohl nur wenige Kilometer breit, ist die Straße von Kertsch von großer strategischer Bedeutung. Diese unruhigen Gewässer sind seit langem eine Quelle des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland, der jüngste Vorfall nur ein gewaltsamer Ausbruch dieser Spannungen, die seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 schwelen.
Wer die Strasse von Kertsch kontrolliert, hat die Häfen in der Hand
Beide Seiten haben strategisch wichtige Marine- und Handelszentren im asowschen Meer, für Russland ist das Rostow und Mariupol für die Ukraine. Der gesamte Seehandel dieser Häfen muss durch die Straße von Kertsch. Die Meerenge ist das Tor sowohl Russlands als auch der Ukraine zu den wichtigen Häfen – ohne freie Durchfahrt sind diese Häfen vom regionalen und globalen Handel abgeschnitten.
Putin baute eine Brücke, um die Macht über die Krim zu festigen
Nach der Krim-Annexion war der Bau der Brücke von Kertsch das Schlüsselelement der Moskauer Machtkonsolidierung. Präsident Putin wollte die Meeremge kontrollieren und die Halbinsel an die russische Verkehrsinfrastruktur anbinden.
Die Brücke blockiert die Enge, der Kreml kann alle Schiffsbewegungen kontrollieren. Die Ukraine beklagt schon länger, das Russland seinen Seehandel beeinträchtigt. Diese Kontrolle über den Zugang zum asowschen Meer hat den Konflikt befeuert.
Vertraglich geregelt: Der Zugang sollte für beide offen sein
Russland behauptet, die ukrainischen Schiffe wären illegal in ihre Gewässer eingedrungen. Die Ukraine besteht darauf, dass die Schiffe ein Einfahrtsrechte hätten – laut bilateralem Vertrag und internationaler Verträge steht die Durchfahrt unter gemeinsamer Kontrolle.
Die russische Marine beherrscht jetzt das Binnenmeer, die Ukraine beklagt, Mariupol sei faktisch von den internationalen Gewässern abgeschnitten. Die Straße von Kertsch ist wieder offen, bleibt aber eine offene Wunde im Konflikt der Länder.