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Regierungsflieger kaputt: Merkel dreht um und verpasst G20-Auftakt

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Regierungsflieger kaputt: Merkel dreht um und verpasst G20-Auftakt

Regierungsflieger kaputt: Merkel dreht um und verpasst G20-Auftakt
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Es ist Köln, nicht Buenos Aires, wo Angela Merkel mit einem Regenschirm und mitten in der Nacht ihren Regierungsflieger verlässt. Eigentlich sollte Deutschlands Bundeskanzlerin schon lange über dem Atlantik sein, auf dem Flug zum G20-Gipfel, doch an Bord der Maschine hat es offenbar eine ernsthafte technische Störung gegeben.

Über den Niederlanden beschließen die Piloten, umzukehren und zurück zum Luftwaffenstützpunkt in Köln zu fliegen. Die Kanzlerin wird von der Crew mit ernster Miene benachrichtigt.

Später wird sie von einer "ernsthaften Störung" sprechen und den Piloten und die restliche Crew über alles für deren professionelles Verhalten loben.

Nach Informationen des Spiegel war es mindestens die Kommunikationsanlage, die ausfiel und den Airbus A340 zum Umkehren zwang. Laut Luftwaffe war ein elektrischer Verteiler schuld an dem Ausfall. Ob noch mehr Systeme betroffen waren, war vorerst unklar. In Köln dann gab es eine ungewöhnlich harte Landung.

Merkel flog nicht noch in der Nacht mit einer Ersatzmaschine weiter. Begründet wird das vor allem damit, dass es quasi unmöglich sei, so kurzfristig eine neue Crew aufzutreiben. Beispielsweise müssten Ruhezeiten berücksichtigt werden, so Regierungssprecher Steffen Seibert.

Nicht die erste Panne

Nach einer kurzen Nacht in einem Bonner Hotel bricht die Delegation wieder auf, diesmal geht es mit einem anderen Bundesflieger erst nach Madrid, von dort mit einem Linienflug weiter nach Buenos Aires. Merkel wird den ersten Tag des G20-Gipfels großteils verpassen. Zum (auch politisch) wichtigen Abendessen will sie am Ziel sein. Gespräche mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping fallen aus oder müssen verschoben werden.

Merkels Ehemann macht den Anlauf nicht mit, er bleibt diesmal in Deutschland. Wieder im Flieger sitzt Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz. Für ihn ist es schon die zweite Panne mit dem Regierungsflieger innerhalb kurzer Zeit. Im Oktober nahm Scholz einen Linienflug von Indonesien zurück nach Deutschland, weil Nagetiere die "Konrad Adenauer" getaufte Maschine angefressen hatten.

Update:

Die durch eine elektronische Störung in dem Airbus vom Typ A340-300 ausgelöste Landung in Köln/Bonn werde kriminalistisch aufgearbeitet, berichtet die "Rheinische Post" am Freitag online unter Berufung auf Sicherheitskreise. In Regierungskreisen hieß es demnach, nach einem solchen Vorfall werde in «alle Richtungen» ermittelt.

Der von Merkel als "erfahrenster Flugkapitän der Flugbereitschaft" bezeichnete Pilot soll laut «Rheinischer Post» von einem beispiellosen Ausfall des Kommunikationssystems gesprochen haben. So etwas sei nicht für möglich gehalten worden, hieß es demnach in Sicherheitskreisen.

Bei der Luftwaffe schließt man Sabotage derzeit aus. Die Regierungsmaschine wird von der Bundeswehr betrieben.

Weitere Informationen

Merkels Linienflug live verfolgen