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36.000 bei Stopp-Kohle-Demos in Köln und Berlin

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36.000 bei Stopp-Kohle-Demos in Köln und Berlin

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REUTERS/Fabrizio Bensch
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Mit Slogans wie "Kohle stoppen" und "Die Erde kocht vor Wut" haben kurz vor Beginn des nächsten Weltklimagipfels Zehntausende in Berlin und Köln gegen die Kohleverstromung und für den Klimaschutz demonstriert.

Die Veranstalter sprachen von insgesamt 36 000 Teilnehmern, die unter dem Motto «Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt» auf die Straße gingen. Die Polizei nannte erheblich niedrigere Zahlen. «Die Bundesregierung hat das Klimaziel 2020 aufgegeben, obwohl sie es durch entschlossenes Handeln noch erreichen könnte», erklärten die Organisatoren, ein Bündnis aus Umweltverbänden und -initiativen wie BUND, Nabu und Greenpeace. «Wir sind im Endspiel um unsere Zukunft und die unserer Kinder und Enkel.»

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Protest in BerlinREUTERS/Fabrizio Bensch

Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Kattowitz beginnt an diesem Montag. Dabei sollen die Diplomaten unter anderem ein Regelwerk für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 erarbeiten, das die nationalen Klimaschutz-Beiträge vergleichbar macht.

Viele Aktivisten freuten sich über die rege Beteiligung an den Demos.

Beim Protestzug in Berlin liefen nach Veranstalterangaben 16 000 Menschen mit, die Polizei zählte mehr als 5000. In Köln waren es laut Veranstalter 20 000 Demonstranten, hier ging die Polizei von mehr als 10 000 Teilnehmern aus. Start und Ziel der Demonstration in Berlin war das Kanzleramt. Eine Sprecherin der Initiative Campact sagte: «Mit diesem Zuspruch zeigt sich, dass der Wunsch nach einem schnellen Kohleausstieg und der Protest gegen die Untätigkeit der Bundesregierung beim Klimaschutz aus der Mitte der Gesellschaft kommt.»

Teilnehmer der Demo waren unter anderem als Gewitterwolke oder als brennender Baum verkleidet - wohl, um auf die Folgen der vergleichsweise klimaschädlichen Kohleverstromung für das Klima hinzuweisen. Die Klimakrise sei längst «bittere Realität», hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Veranstalter. Redner kritisierten demnach, dass Interessen der Kohleindustrie Vorrang vor dem Klimaschutz eingeräumt werde. Gefordert wurde, den Ausstoß von Treibhausgasen wesentlich zu senken.

In Köln demonstrierten die Menschen auch für den Erhalt des Hambacher Forstes, den der Energiekonzern RWE für den Braunkohletagebau abholzen will. Auf Transparenten und Plakaten war zum Beispiel zu lesen: «Die grauen Herren verheizen unsere Zukunft» und «Hambi bleibt». Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Das ist ein Protest gegen das Versagen der Bundesregierung, die nun mit leeren Händen zur Klimakonferenz fährt.»

Unter den Demonstranten in Berlin waren mehrere Grünen-Politiker, unter anderem Ex-Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Er bezeichnete die deutsche Klimapolitik in einem Interview als «Desaster». «Aus dem ehemaligen Vorreiter Deutschland beim Klimaschutz ist ein Blockierer geworden», sagte Trittin der «Rheinischen Post» (Samstag).

Auf Druck vor allem der Kohleländer Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurde die Arbeit der Regierungskommission zum Kohleausstieg soeben bis in den Januar verlängert. Das Gremium soll sich intensiver Gedanken machen über konkrete Maßnahmen für den Strukturwandel - bevor ein Plan für den Kohleausstieg mit einem End-Ausstiegsdatum festgezurrt wird.