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"Zu wenig, zu spät!" - Zugeständnisse an Gelbwesten in Frankreich

"Zu wenig, zu spät!" - Zugeständnisse an Gelbwesten in Frankreich
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Trotz der Zugeständnisse der französischen Regierung an die sogenannten Gelbwesten, werden weitere Proteste für kommenden Samstag erwartet.

Unter anderem wurde die Einführung der umstrittenen Benzinsteuer um sechs Monate verschoben.

Reuters
Ministerpräsident Edouard PhilippeReuters

Ministerpräsident Edourad Philippe sagte am Dienstag in der Nationalversammlung:

"Wenn es der Regierung nicht gelungen ist, die Franzosen zu überzeugen, heißt das, dass wir etwas ändern müssen. Man müsste blind oder taub sein, um diese Wut nicht wahrzunehmen. Aber keine Steuer rechtfertigt es, die Einheit der Nation zu gefährden."

Philippe kündigte außerdem an, dass auch die Strom- und Gaspreise während des Winters nicht erhöht werden. Das Verschieben der Reformen solle einen Dialog mit den protestierenden Gelbwesten ermöglichen. Dies stelle den ökologischen Wandel aber nicht in Frage, den die neue Benzinsteuer finanzieren soll.

"Zu wenig, zu spät."

Damien Abad, Abgeordneter von der konservativen "Les Republicains" warnt ihn:

"Herr Ministerpräsident, wenn ihre einzige Antwort das Verschieben von Macrons Benzinsteuer ist, dann haben sie den Ernst der Lage immer noch nicht verstanden. Sie haben nur einen Aufschub von paar Monaten ermöglicht. Was die Farnzosen von Ihnen verlangen, ist nicht die Unterbrechung, es ist die Aufhebung dieser Steuern auf Kraftfahrstoffe. Herr Ministerpräsident: zu wenig, zu spät."

Reuters
Proteste in ToulouseReuters

Die Forderungen der Gelbwesten gehen längst über die Benzisteuer hinaus. In ihren Augen werden die Reichen nicht genug zur Kasse gebeten.

Eine der protestiereden Gelbwesten erzählt von ihrem Vater, der Bergarbeiter war und bei den Protesten im Mai 1968 dabei war.

"Mein Vater war Bergarbeiter. Dank den Protesten vom Mai 68 haben wir viel erreicht. Herr Macron, Sie müssen dem Volk zuhören. Es herrscht Elend in Frankreich!"

Weitere Proteste erwartet

Die Bewegung der Gelbwesten moblilisiert weite Teile der Bevölkerung. Auch Studenten beteiligen sich an den Protesten.

Innenminister Castaner kündigte die Mobilisierung von landesweit über 65.000 Beamten für den kommenden Samstag an.

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