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"Präsident der Reichen" Macron hat in 13 Minuten nicht alle überzeugt

"Präsident der Reichen"  Macron hat in 13 Minuten nicht alle überzeugt
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REUTERS/Jean-Paul Pelissier
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Jeder Dritte - 21 Millionen Franzosen haben sich am Montagabend die Rede von Emmanuel Macron im Fernsehen angeschaut - doch überzeugt haben die 13 Minuten offenbar nicht alle.

Die französische Zeitung LE MONDE zitiert die Reaktionen der Gelbwesten nach der TV-Ansprache von Präsident Emmanuel Macron. Da ist zuerst vom "Präsident der Reichen die Rede" und davon, dass die Protestierenden nur mit Krümeln abgespeist würden. Ein Anhänger der Gelbwesten spricht von "une goutte d'eau à la mer", einem Tropfen auf den heißen Stein.

LIBERATION meint, Macron habe sich selbst eine Rettungsweste anziehen müssen. Doch woher sollen die 100 Euro zur Erhöhung des Mindestlohns kommen, fragt das Blatt aus Paris.

L'EXPRESS erklärt, der Präsident habe endlich "einfache Worte" gebraucht. Damit könne er wohl seine Politik retten, ob er es so bis ans Ende seiner Präsidentschaft schafft, bezweifelt das Magazin allerdings.

Auch die Gelbwesten, die in einem Unterstand an einer Straßenblockade einen Fernseher aufgebaut hatten, um Macrons Rede zu verfolgen, fühlen sich vom Präsidenten nicht verstanden. Vieles deutet darauf hin, dass die Proteste andauern werden.

Die Schweizer NZZ schreibt, der Präsident entdecke die Franzosen.

In der deutschen Presse wird vor allem nachgerechnet, was die von Macron angekündigten Versprechen kosten und beklagt, dass er so das Staatsdefizit verschlimmert.

Der linke Politiker Jean-Luc Mélenchon ruft zu weiteren Protesten am kommenden Wochenende auf, denn der Präsident habe sich in der Zeit geirrt und lebe "in der falschen Epcoche".

Auch Marine Le Pen kritisiert Emmanuel Macron. Die extrem rechte Politikerin schreibt auf Twitter von "wilder Globalisierung" und dass der Präsident nur scheinbar Zugeständnisse mache.