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Frei: Mordanklage wegen Abtreibung fallengelassen

Frei: Mordanklage wegen Abtreibung fallengelassen
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Eine traumatisierte Frau verlässt das Gefängnis in San Salvador: Imelda Cortez, vergewaltigt, von einer Ärztin angezeigt, von der Justiz verlassen. Bis jetzt:

Nach eineinhalb Jahren im Gefängnis hat ein Gericht in El Salvador die 20-jährige Imelda Cortez von dem Vorwurf des versuchten Mordes freigesprochen. Sie wurde wegen Vernachlässigung der Fürsorgepflicht verurteilt. Die Strafe gilt als getilgt.

Seit sie 12 Jahre alt war, war sie von ihrem Stiefvater misshandelt, bedroht und vergewaltigt worden. Mit 18 wurde sie schwanger. Doch sie war sich dessen nicht bewusst. Im April 2017 hatte sie Bauchkrämpfe. Auf der Toilette gebar sie ein Mädchen. Nach der Geburt des Babys brachte Imeldas Mutter sie wegen starker Blutungen ins Krankenhaus. Die Ärztin dort zeigte Imelda wegen Abtreibung an. Sie wurde des versuchten Mordes mit besonderer Schwere der Schuld angeklagt. El Salvador gehört zu den Ländern mit den strengsten Abtreibungsgesetzen der Welt.

Imeldas Verteidigerin Berta de Leon sagte nach der Urteilsverkündung: "Endlich versucht die Justiz, Fälle anders anzugehen, - zum Wohl der Frauen."

Imelda hatte ein Mädchen geboren, das mittlerweile 2 Jahre alt ist und von Imeldas Mutter aufgezogen wird. Als der Stiefvater Imelda im Gefängnis besuchte, drohte er ihr: "Wenn du mich beschuldigst, bringe ich deine Mutter um." Der Stiefvater war lange noch frei, ist jetzt jedoch in Haft.

Imeldas Fall ist kein Einzelfall in El Salvador.

In El Salvador sitzen Dutzende Frauen, die wirklich oder angeblich abgetrieben haben, wegen Mordes im Gefängnis.

Präsident Salvador Sanchez Ceren hatte 2017 einen Vorstoß gemacht, Abtreibung im Falle von Vergewaltigung zu erlauben, kam damit aber im Parlament nicht durch.

Vom Stiefvater jahrelang vergewaltigt
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