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Barcelona: Ruhe vor dem Sturm

Barcelona: Ruhe vor dem Sturm
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REUTERS/Albert Gea
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In Spanien könnte der Katalonienkonflikt am ersten Jahrestag der Regionalwahlen wieder aufflammen. Spaniens Premier Pedro Sánchez hat für den 21. Dezember in der Alten Börse in der Nähe des Hafens von Barcelona eine Kabinettssitzung seiner Regierung in Barcelona angesetzt.

Viele Katalanen sind deswegen empört: " Das ist reine Provokation, aber wir Katalanen sind daran ja mittlerweile gewöhnt", so ein Mann aus Barclona.

Für denselben Tag hat Sanchez den katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra zu Gesprächen eingeladen. Doch Torra weist bislang das Angebot zurück.

Die Unabhängigkeitsbefürworter wollen gegen die Kabinettssitzung am Freitag protestieren. Die beiden größten separatistischen Organisationen in Barcelona rufen dazu auf alle Zugangsstraßen zur Alten Börse zu blockieren.

Student Pau wird auch dabei sei: "Ich hoffe es wird keine Ausschreitungen geben, aber ich denke nicht. Wir wollen nur dieses Treffen blockieren - ohne Gewalt."

Es wird mit massiven Behinderungen gerechnet. Schon in den vergangenen Wochen haben »Komitees zur Verteidigung der Republik« (CDR) im Stil der französischen Gelbwesten Autobahnen blockiert. Noch dazu haben die Bahn und öffentlichen Verkehrsmittel einen Streik angekündigt.

Manche Bewohner Barcelonas haben mittlerweile allerdings genug: "Ich verstehe diese Bewegungen nicht, die alles blockieren wollen, wenn eigentlich ein Dialog erforderlich ist", so ein Mann.

Astrid Barrio, politische Analytikerin: „Sogar Teile der Regierung oder der Präsident selbst haben manchmal die Unabhängigkeitsgruppen auf der Straße zur Mobilisierung ermutigt, aber die Regierung hat keine Kontrolle über sie“.

In Katalonien werden 9.000 Polizeibeamte im Einsatz sein, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Unsere Euronews-Korrspondentin Cristina Giner in Barclona kommentiert: „Abhängig davon, was am Freitag in diesen Straßen in der Nähe der Kabinettsitzung passiert, werden beide Regierungen möglicherweise ihre Strategie neu definieren müssen. Sollte es zu Ausschreitungen kommen wird Pedro Sanchez entscheiden müssen, ob er den Weg des Dialogs fortsetzt oder seine Linie gegenüber der Regionalregierung verschärft."

Es wird also zu einer erneuten Kraftprobe zwischen der Führung in Madrid und der katalanischen Regionalregierung und Unabhängigkeitsbewegung kommen. Zudem hat am Dienstag der Prozess gegen 18 führende katalanische Separatisten begonnen. Ihnen drohen hohe Haftstrafen, die Vorwürfe sind aber teils umstritten.