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Polizei sucht Verdächtige nach Vorfällen an den Flughäfen Stuttgart und London Gatwick

Polizei sucht Verdächtige nach Vorfällen an den Flughäfen Stuttgart und London Gatwick
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REUTERS/Peter Nicholls
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Die Polizei sucht im Zusammenhang mit einem möglicherweise geplanten Anschlag auf einen Flughafen im Südwesten Deutschlands vier Personen. Das bestätigten Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) berichtet. Mindestens einer der Verdächtigen gehört nach dpa-Informationen zum radikalislamischen Milieu. Nach Hinweisen auf Ausspähversuche am Stuttgarter Flughafen hatte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen an mehreren Airports in der Region erhöht.

Zwei Verdächtige stammen aus NRW

Zwei der Gesuchten seien Vater und Sohn und stammten aus Nordrhein-Westfalen, hieß es. Sie seien bereits vergangene Woche der französischen Polizei aufgefallen, als sie am Pariser Flughafen Charles de Gaulle Fotos machten. Das waren laut dem SWR-Bericht auch die beiden Männer, die am Stuttgarter Flughafen gesichtet wurden. Sie konnten demnach anhand von Videoaufzeichnungen identifiziert werden.

Das zuständige Polizeipräsidium in Reutlingen wollte den SWR-Bericht nicht kommentieren. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht, ebenso wenig die Bundesanwaltschaft.

Die Bundespolizei «sensibilisierte» Einsatzkräfte an allen Verkehrsflughäfen in ihrem Zuständigkeitsbereich, wie ein Sprecher mitteilte. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

"Keine Erkenntnisse zu einer konkreten Gefährdung der Flughäfen"

Nach Hinweisen französischer Behörden wurden bereits am Mittwochabend in Stuttgart sowie dann auch an den Flughäfen Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Mannheim die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Das baden-württembergische Innenministerium hat nach eigenen Angaben aber keine Erkenntnisse zu einer konkreten Gefährdung der Flughäfen in dem Bundesland.

Schwer bewaffnete Polizisten waren in Schutzausrüstung auf Streife unterwegs. Wie lange die Maßnahmen geplant sind war zunächst unklar. Der Flugbetrieb lief normal weiter und wurde nicht beeinträchtigt.

Die Maßnahmen an den baden-württembergischen Flughäfen seien eine «reine Vorsichtsmaßnahme», teilte die Polizei mit. «Derartige Hinweise oder Vorkommnisse gibt es immer wieder, vor allem um die Weihnachtszeit.» Gerade nach der schrecklichen Tat in Straßburg müsse man weiter wachsam sein. Bei dem Anschlag in der Stadt im Elsass waren fünf Menschen ums Leben gekommen.

Vergangene Woche und am Mittwoch seien am Stuttgarter Aiport junge Männer von einer Überwachungskamera gefilmt worden, berichtete der «Tagesspiegel» unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Personen hätten sich an der Sicherheitsschleuse aufgehalten, ohne einen Flug antreten zu wollen und ohne Reisegepäck. Vor diesem Hintergrund habe die Bundespolizei die Spezialeinheit BFE plus am Flughafen eingesetzt, um einem Anschlag vorzubeugen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Fliegende Drohne legt Flughafen Gatwick lahm

Der Londoner Flughafen Gatwick ist auch am Donnerstag weiter gesperrt geblieben. Der Grund für den Ausfall: Eine Drohne ist mehrmals über dem Flugfeld gesichtet worden. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es aber keine.

"Flughafenbetrieb wohl absichtlich gestört"

Dazu Justin Burtenshaw von der Polizei Gatwick: "Das geht nun schon seit 10 Stunden so. Jedes Mal, wenn wir glauben, dem Bediener der Maschine nahezukommen, verschwindet die Drohne. Und wenn wir versuchen, den Flughafen wieder zu öffnen, taucht die Drohne wieder auf. Der Flughafenbetrieb soll wohl absichtlich gestört werden."

Mehr als 20.000 gestrandete Menschen

Seit Mittwochabend sind mindestens 20.000 Menschen in Gatwick gestrandet. Viele von ihnen saßen stundenlang in ihren startklaren Maschinen fest.

Ein Passagier beschrieb uns die Situation: "All diese Menschen sind betroffen. Auch unsere behinderten Kinder. Ich glaube, wir waren im ersten Flugzeug, dass nicht abfliegen konnte. Wir haben vier Stunden im Flugzeug warten müssen, ohne Informationen."