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Bundeswehr: Rekrutierung von Ausländern wird "geprüft"

Bundeswehr: Rekrutierung von Ausländern wird "geprüft"
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In Deutschland hat die Bundeswehr offenbar konkrete Pläne zur Rekrutierung von EU-Ausländern. So sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, gegenüber der Funke-Mediengruppe, dass die Anwerbung von EU-Bürgern für spezielle Tätigkeiten eine Option sei, die geprüft werde. Die Rede sei von beispielsweise Ärzten oder IT-Spezialisten. In Zeiten des Fachkräftemangels müsse man in alle Richtungen blicken.

Einem Bericht des Spiegel zufolge hat das Verteidigungsministerium dabei vor allem Polen, Rumänen und Italiener im Blick. Das Ministerium habe bereits Berechnungen angestellt, laut denen fast 600.000 Polen, Rumänen und Italiener im Alter zwischen 18 und 40 Jahren in Deutschland lebten.

Den Berichten zufolge kontaktierte das Verteidigungsministerium bereits die EU-Partner. Die meisten Staaten, insbesondere viele osteuropäische, reagierten demnach zurückhaltend.

Die Idee zur Anwerbung von Ausländern gibt es in der Bundeswehr bereits seit Jahren. Die Reaktionen auf die Pläne sind gespalten. Unterstützung kam vom Wehrbeauftragten des Bundestages, Hans-Peter Bartels, SPD. Auch aus aus den Reihen der Grünen gab es Zustimmung. Der Deutsche Bundeswehrverband steht den Plänen kritisch gegenüber und fürchtet laut Funke-Bericht den Protest der AfD.

Hintergrund der Debatte ist der Personalmangel in der Bundeswehr. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zufolge nahm die Zahl der Soldaten zuletzt aber wieder zu. Am Ende dieses Jahres dienen 182.000 Männer und Frauen in der Bundeswehr, so von der Leyen im Interview mit der "Rheinischen Post". Das seien 6500 mehr als noch zu Zeiten des Tiefstands 2016.