Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Streit um Böller: 4.500 Tonnen Feinstaub an Silvester

Streit um Böller: 4.500 Tonnen Feinstaub an Silvester
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Die Stimmung kippt gegen Rauchschwaden, Raketen und Böller an Silvester. Deutsche Umwelts- und Sicherheitsexperten rufen zu Verhaltensänderungen auf. Seit 2004 Jahren greifen die Deutschen Jahr für Jahr tiefer in die Taschen, um Böller und Raketen durch die Luft fliegen zu lassen. Für diesen Jahreswechsel erwartet der Verband der Verband der pyrotechnischen Industrie zumindest die Wiederholung der Rekordumsätze der beiden Vorjahre von 137 Millionen Euro.

Andere Zahlen wirken alarmierend. Der Feinstaub in der Luft steigt explosionsartig. Laut des deutschen Umweltbundesamtes werden allein in der Silvesternacht 4.500 Tonnen Feinstaub in die Luft katapultiert. Das entspreche nicht weniger als fünfzehn Prozent des jährlichen Gesamtausstoßes im deutschen Straßenverkehr.

Bürgerinitiative in Finnland

Gegen Gesundheitsgefahren und Zerstörungen durch Feuerwerk regt sich in Finnland Widerstand. Dort hat eine Bürgerinitiative bereits 50.000 Unterschriften für ein Verbot gesammelt. Das Anliegen muss jetzt im Parlament erörtert werden.

Risto Karhunen vom Verband finnischer Finanzdienstleister sagte: "Jährlich verursacht Feuerwerk in Finnland dreissig schwere Augenverletzungen oder andere Verletzungen. Hinzu kommt, dass die Notdienste zu rund hundert zusätzlichen Einsätzen gerufen werden. Und dann gibt es natürlich noch die jährlichen Feuer, darunter große Brände mit schwerwiegenden Folgen."

Viele deutsche Kommunen und Städte lassen solche Aspekte kalt, etliche andere haben bereits reagiert. So gelten Böllerverbote neueren Datums etwa im Zentrum Hannovers, der Düsseldorfer Altstadt, rund um den Kölner Dom und im Dortmunder Bahnhofsviertel. Die deutsche Umwelthilfe forderte Gemeinden mit hoher Luftbelastung zur Einrichtung zentraler Feuerwerkszonen auf. Kirchen erinnerten an die Spendenaktion Brot statt Böller.

Pragmatisch und umweltneutral reagierte die deutsche Gewerkschaft der Polizei auf Rufe nach einem generellen Feuerwerksbann. Für die dann nötigen Kontrollen habe die Polizei nicht genügend Personal.