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Pariser Opéra Bastille - ein modernes Haus mit Geschichte

Pariser Opéra Bastille - ein modernes Haus mit Geschichte
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Die Pariser Opéra Bastille feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Beauftragt zum zweihundertsten Jahrestag der Französischen Revolution ist sie heute ein Magnet für das junge Publikum.

Stéphane Lissner, Leiter der Pariser Oper:"Die 'Bastille' ist ein Opernhaus von heute, ein modernes Haus, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein ganz neues Publikum zu überzeugen und so viele Menschen wie möglich ansprechen will."

Der erste Vorhang hob sich damals für das Meisterwerk "Les Troyens" ("Die Tojaner") von Hector Berlioz. Zum Jubiläum präsentiert der russische Regisseur Dmitri Tschernjakow seine Vision in einer neuen Produktion:

"Hector Berlioz ist ein sehr visueller Komponist, sehr vielschichtig. Auf der Bühne zeigt er alle Details. Er hat eine riesige Palette von Klangfarben."

Eine Heldengeschichte

Der französische Komponist erzählt in fünf Akten von den Heldentaten des Äneas (Énée), mit Leidenschaft interpretiert vom amerikanischen Tenor Brandon Jovanovich.

"Die Oper besteht aus zwei Teilen mit unterschiedlichen Themen. 'La Prise de Troie' (Die Einnahme von Troja) und 'Les Troyens à Carthage' (Die Trojaner in Karthago). Für mich ist der rote Faden ein Charakter - Äneas", sagt Dmitri Tschernjakow. "Die Geschichte dreht sich um ihn, und was ihm passiert. Wir zeigen viele verschiedene Seiten des Helden, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind."

Der amerikanische Tenor Brandon Jovanovich: "Er versucht, das Richtige zu tun, seiner Aufgabe im Leben zu folgen, oder in diesem Fall, was die Götter ihm gesagt haben, was er tun muss. Und meiner Meinung nach gibt es etwas, womit wir uns alle identifizieren können, wir alle versuchen, unseren Weg zu finden, wir alle kämpfen an so vielen Fronten."

Emotionen stehen im Vordergrund

Dmitri Tchernjakow gehört zu den experimentierfreudigsten Regisseuren überhaupt. Er lässt den zweiten Teil der Oper in einer Klinik für Posttraumatische Belastungsstörungen spielen:

"Er stellt die Emotionen in den Vordergrund, den inneren Kampf der Figuren", so Jovanovich.

Und der Regisseur sagt: "Je schwieriger eine Aufgabe ist, desto mehr interessiert sie mich. Ich will nichts zeigen, was zu leicht zu verstehen ist. Ich arbeite gerne an herausfordernden Geschichten, das stachelt meine Neugier an und macht mich wagemutiger."

Stéphane Lissner meint: "Ein Opernhaus, das ein lebendiger Ort ist, muss für Diskussionen offen sein. Für mich ist es wichtig, Regisseure einzuladen, die eine dramaturgische Idee des Werkes haben, die das Publikum manchmal verblüfft und überrascht."

Die Premiere feiert "Les Troyens" am 25. Januar. Aufführungen gibt es bis zum 12. Februar.

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