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Mays Spiel auf Zeit: Brexit-Chefunterhändler verplappert sich

Mays Spiel auf Zeit: Brexit-Chefunterhändler verplappert sich
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Nur noch sechs Wochen, dann wollen die Briten der EU den Rücken kehren. Wie – das ist nach wie vor unklar. Theresa May hat im Unterhaus um mehr Zeit für Nachverhandlungen mit der EU gebeten. Den Grund für ihr Spiel auf Zeit könnte nun ein enger May-Vertrauter ausgeplaudert haben – Brexit-Chefunterhändler Olly Robbins.

Gespräch in einer Hotelbar: Absicht oder Versehen?

In einer Brüsseler Hotelbar soll er gesagt haben, May lasse die Uhr mit Absicht bis Ende März herunterlaufen, um die Abgeordneten in letzter Minute vor die Wahl zu stellen: Ihr Deal oder eine Vertagung des Austrittsdatums. Ein Journalist hörte das Gespräch mit.

Eine Strategie, die aufgehen und vor allem Brexit-Hardliner am Ende doch noch auf Mays Seite holen könnte. Und nicht nur diese würden wohl eher einem Kompromiss zustimmen, als den Austritt noch länger hinauszuzögern.

May wies dir Medienberichte um Robbins im Parlament als Gerücht zurück: “Die Regierung ist sich einig: Wir haben den Brexit nach Artikel 50 in die Wege geleitet. Dieser legt einen zweijährigen Austrittszeitraum fest. Er endet am 29. März. Dann wollen wir gehen – mit einem Deal und daran arbeiten wir.”

Spott wegen Vertrag mit "Reederei ohne Schiffe"

Labour-Chef Jeremy Corbyn nutzte die Debatte im Parlament einmal mehr für einen Frontalangriff auf die Premierministerin: "Ihre Brexit-Strategie ist kostspielig, schamlos und ausweichend. Nichts symbolisiert das mehr als das Fiasko um Seaborne Freight, ein Unternehmen ohne Schiffe und ohne Handelsgeschichte. Dieses spektakuläre Scheitern ist ein Symptom für das komplette Chaos dieser Regierung und für ihre Vorbereitungen auf einen No Deal."

Corbyn spielte auf einen millionenschweren Vertrag an, den London im Dezember mit einer neu gegründeten Reederei schloss, um im Fall eines No-Deal-Brexits den Fährverkehr nach Belgien zu sichern. Doch die Firma hatte noch nie Frachtschiffe betrieben. Der Auftrag wurde inzwischen zurückgezogen.