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Tausende Juden in Ghetto erschossen: Massengrab aus dem Zweiten Weltkrieg in Weißrussland entdeckt
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Sergei GAPON / AFP

Tausende Juden in Ghetto erschossen: Massengrab aus dem Zweiten Weltkrieg in Weißrussland entdeckt

In Weißrussland haben Bauarbeiter auf dem Gelände eines ehemaligen jüdischen Ghettos Überreste von Hunderten von Menschen in Massengräbern aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Während der anschließenden Ausgrabung in der südlichen Stadt Brest wurden die Überreste von 790 Körpern freigelegt.

"Wir werden die Überreste zur Wiederbestattung an die örtlichen Behörden übergeben", erklärte der Ausgrabungsleiter Dmitri Kaminsky gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Arbeit mit den Leichen jüdischer Opfer, die von den Nazis getötet wurden, sei emotional sehr fordernd gewesen. "Es ist nicht angenehm, die Knochen eines Kindes und dessen Mutter auszugraben, die es beschützt."

Sergei GAPON / AFP

Tausende Juden wurden während des Holocausts in der weissrussichen Stadt Brest erschossen. Viele Ghettobewohner, die das überlebten, kamen während des Krieges in das Vernichtungslager Bronnaja Gora, wo fast alle von ihnen erschossen wurden.

"Das Ghetto wurde 1942 gegründet. Zu dieser Zeit lebten dort etwa 17.000 Menschen. Die meisten von ihnen wurden bei der Eliminierung des Ghettos innerhalb der Stadtgrenzen und sogar direkt in den Innenhöfen der Häuser, in denen sie lebten, erschossen", sagt die Historikerin Olga Malofeyetcheva.

Einheimische protestieren gegen geplantes Wohngebäude

Der Stadt Brest zufolge sind Überreste jüdischer Opfer in mehreren Gebieten der Stadt gefunden worden. Irina Lavrovskaya, eine Architektin und Historikerin hat eine Petition gestartet, um den Bau eines Wohngebäudes Fundort zu stoppen. Die rund 1.000 Unterzeichner wollen stattdessen eine Gedenkstätte errichten.

"Ich verstehe nicht, wie man ein Haus auf Knochen bauen kann", sagte die Unterzeichnerin Galina Semenova. "Wir müssen ein Denkmal zu Ehren der Toten bauen."

Die Baufirma hat bereits erklärt, die Bauarbeiten seien genehmigt und würden fortgesetzt. Mit dem Projekt sollen zuvor "verfallene und alte Wohngebäude" renoviert oder neu gebaut werden, erklärte die Firma.

Sergei GAPON / AFP