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Barbarin-Urteil: "Wir haben die Linien in Bewegung gebracht"

Barbarin-Urteil: "Wir haben die Linien in Bewegung gebracht"
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Nach den überraschenden Rücktrittsabsichten von Frankreichs höchstem katholischen Würdenträger, Kardinal Philippe Barbarin (Lyon), nach seiner überraschenden Verurteilung wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen hoffen viele Opfer auf einen Lernprozess in der Kirche.

Yves Sauvayre, Anwalt der Opfer:

"Ich meine, es ist ein Zeichen. Es ist vor allem auf der emotionalen Ebene äußerst wichtig. Außerdem ist das wirklich ein Wendepunkt, sowas gab es noch nie. Wir haben hier etwas, das vor allem juristisch sehr wichtig ist, und außerdem ganz extrem in seiner Symbolwirkung.“

SPRECHEN NACH ZWEI JAHRZEHNTEN DES SCHWEIGENS

Eines der Opfer brauchte mehr als 2 Jahrzehnte, um über die Übergriffe des heute 73jährigen Leiters einer katholischen Pfadfindergruppe in Lyon (Bernard Preynat) sprechen zu können.

Laurent Duverger, Opfer:

"Diese Entscheidung schließt meiner Meinung nach drei kämpferische Jahre ab, drei Jahre des berechtigten Kampfes, drei Jahre des Kampfes, der nicht immer abgeklärt war, aber vielen einen Hoffnungsschimmer gab. Und ich meine, wir können heute sagen, dass das ein „Vorher“ und ein „Nachher“ ergibt. Die Ansage ist, dass niemand über dem Gesetz steht, und wir, so klein wir auch sein mögen, haben es geschafft, die Linien in Bewegung zu bringen, und ich meine, dass wir jetzt erhobenen Hauptes aus der Sache rauskommen."

Pierre Emmanuel Germain-Thill, Opfer:

"Dies kann das Bewusstsein in der Kirche bei den Gläubigen wecken, die die Hierarchie bisher ganz anders wahrgenommen haben. Es kann auch andere Opfer zur Erkenntnis bringen, dass sie jetzt den Mut haben können, sich zu äußern, dass die Justiz zuhört, dass die Justiz auch verurteilen kann. Wir hoffen daher, dass das nicht ohne Folgen bleiben wird."

Der Erzbischof von Lyon war überraschend zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden, weil er Fälle sexueller Übergriffe auf Minderjährige nicht angezeigt habe. Barbarins Anwälte
kündigten an, in Berufung zu gehen.

su