Öko-Angst ist für viele sehr real. Wir erzählen die ermutigendsten Geschichten dieses Jahres und zeigen: Für unser Klima gibt es noch Hoffnung.
Mächtige Staaten nehmen Klimaschutzmaßnahmen zurück, zugleich klettern die Temperaturen immer näher an gefährliche Schwellenwerte. Da fällt es schwer, sich keine Sorgen um den Zustand des Planeten zu machen.
Für uns als Umweltjournalistinnen und -journalisten gehören Klimasorgen, Weltuntergangsstimmung und sogar eine existenzielle Angst um die Natur zum Alltag.
Diese Begriffe fassen Gefühle wie Stress, Angst, Wut und Trauer. Sie holen uns ein, wenn die Realität der Erderwärmung im eigenen Leben ankommt. Mit fast täglichen Berichten über Zerstörung und Todesopfer durch Extremwetter kann heute kaum jemand den Folgen des Klimawandels entgehen.
Fachleute raten jedoch, sich nicht von Hilflosigkeit lähmen zu lassen, sondern diese Gefühle in konkretes Handeln zu lenken.
Bei Euronews Green wissen wir, dass wir eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Klimaverzweiflung spielen. Unsere Aufgabe ist es, ehrlich und präzise zu berichten, nichts kleinzureden und die Realität nicht zu greenwashen. Zugleich möchten wir daran erinnern: Hoffnung gibt es immer.
Deshalb stellen wir seit inzwischen vier Jahren regelmäßig die positiven Umweltmeldungen zusammen. Jedes Jahr berichten wir über Hunderte guter Nachrichten – von Öko-Innovationen und grünen Durchbrüchen über Klimasiege bis hin zu Naturgeschichten, die einfach gut tun.
Hier finden Sie die bislang wichtigsten positiven Geschichten dieses Jahres – von kleinen, lokalen Initiativen über skurrile Meldungen, die uns zum Lächeln gebracht haben, bis zu riesigen Projekten, die die Welt verändern könnten.
Sind Sie auf eine schöne, ermutigende Geschichte gestoßen, über die wir noch nicht berichtet haben? Schreiben Sie uns gerne auf Instagram (Quelle auf Englisch) oder X und teilen Sie Ihre Ideen mit uns.
Positive Umweltgeschichten aus dem März 2026
Biodiversität zum Anfassen: Britische Tierwelt schmückt bald Geldscheine
Historische Persönlichkeiten wie Winston Churchill weichen demnächst heimischen Tierarten auf britischen Banknoten.
Mehr als 26.000 Menschen stimmten dafür, die Natur auf die Pfund-Scheine zu bringen.
Ultraschall könnte Europas Igel vor dem Aussterben retten
Die Bestände der Europäischen Igel sind in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent eingebrochen. 2024 stufte die Weltnaturschutzunion IUCN die Art daher auf ihrer Roten Liste als „potenziell gefährdet“ ein.
Eine neue Entdeckung könnte ihr Schicksal nun wenden.
Seltene Momente: Gewinner der British Wildlife Photography Awards stehen fest
Die Gewinnerinnen und Gewinner der British Wildlife Photography Awards 2026 stehen fest. Die Bilder feiern die stille Schönheit der Natur im Vereinigten Königreich.
„Wir verändern die Zukunft“: Warum Frauen die grüne Politik in Europa prägen
„Bei der nächsten Parlamentswahl rollt eine grüne Welle an“, erklärte Hannah Spencer, als sie in der vergangenen Woche als erste Abgeordnete der Grünen im Norden Englands ins Unterhaus einzog. Sie steht gemeinsam mit einer wachsenden Gruppe von Frauen an der Spitze dieser Bewegung.
Von Kohlenstoff speichernden Tigern bis zu Hochwasser bremsenden Bibern: Wie Wildtiere heimlich die Klimakrise bekämpfen
Wildtiere spielen mit ihrem natürlichen Verhalten eine „entscheidende Rolle“, um die menschengemachte Erderwärmung abzumildern – meist unbemerkt.
Zum World Wildlife Day am dritten März rückt Euronews Green die verborgene Arbeit dieser fast schon superheldenhaften Tiere ins Rampenlicht.
„Hoffnung für indigene Völker“: Unerwartete Geburt holt diesen Amazonas-Stamm vom Rand des Aussterbens zurück
Jahrelang lebten nur noch drei Frauen des indigenen Volkes der Akuntsu, das durch eine staatlich geförderte Erschließung des Amazonasregenwaldes fast ausgelöscht wurde. Weil sie älter wurden und kein Kind die Linie fortsetzte, galt das Verschwinden der Akuntsu als absehbar.
Im Dezember änderte sich das: Babawru, die jüngste der drei und Mitte vierzig, brachte einen Jungen zur Welt.
Positive Umweltgeschichten aus dem Februar 2026
„Es ist unsere neuseeländische Pflicht, diese Vögel zu retten“: Beeren-Ernte macht Hoffnung für den geliebten Kakapo
Die weltweit einzige flugunfähige Papageienart galt lange als evolutionsbedingter Fehlentwurf – zum Aussterben verurteilt.
Doch dank eines ungewöhnlichen Schutzprogramms steht das Schicksal des nachtaktiven, scheuen neuseeländischen Vogels inzwischen auf Überleben: Innerhalb von drei Jahrzehnten wuchs der Bestand von 50 auf über 200 Tiere.
Riesenschildkröten kehren auf diese Galápagos-Insel zurück – fast 150 Jahre nach ihrem Verschwinden
Fast 150 Jahre nachdem die letzten Riesenschildkröten von der Insel Floreana im ecuadorianischen Galápagos-Archipel verschwanden, sind sie zurück: Am 20. Februar setzten Naturschützer Dutzende junge Hybriden aus, die das ausgelaugte Ökosystem der Insel wiederaufbauen sollen.
Sauberer Strom überall: Wie Solarkraft aus dem All uns über Netto-null-Ziele hinausbringen könnte
Was lange wie Science-Fiction klang, könnte den Markt für erneuerbare Energien bald grundlegend verändern: Solarkraftwerke im All.
Eine neue Studie im Auftrag des britischen Energiesicherheits- und Netto-null-Ministeriums DESNZ kommt zu dem Schluss, dass kleinere Solaranlagen im All schon ab 2040 preislich mit anderen kommerziellen Energiequellen mithalten könnten.
„Verrückter“ Plan aus Zoo in Florida rettet wildem Nashorn in Afrika das Augenlicht
Verhaltensforscherinnen und -forscher aus Florida reisten im August nach Afrika, um einem bedrohten Breitmaulnashorn mit einer lebensgefährlichen parasitären Augeninfektion zu helfen.
Sie entwickelten einen Behandlungsplan, basierend auf Erfahrungen aus dem Palm Beach Zoo, in dem Tiere trainiert werden, freiwillig an ihrer eigenen Pflege mitzuwirken.
„Die Nashörner gedeihen jetzt richtig, und das Team ist sehr zuversichtlich, dass wir ihr Problem gelöst haben“, sagt Angi Lacinak, Mitgründerin von Precision Behavior.
Leise, bequem, emissionsarm: Wie diese „fliegende“ Fähre Stockholms Wasserwege verändert
Ende 2024 bekamen Pendlerinnen und Pendler in Stockholm eine neue Möglichkeit, die schwedische Hauptstadt zu queren: eine „fliegende“ Elektrofähre.
Gut ein Jahr später erklärte die schwedische Verkehrsbehörde das Projekt nach Auswertung der Teststrecke zum vollen Erfolg.
Rückkehr der Gänsegeier auf Sardinien gilt als eine der größten Naturschutz-Erfolgsgeschichten Italiens
Zu Beginn der 2010er-Jahre standen die Gänsegeier auf Sardinien kurz vor dem Aussterben.
Die Population brach ein, weil sich die Vögel indirekt vergifteten – etwa durch Pestizide und andere Chemikalien in den Kadavern, von denen sie sich ernährten.
Heute leben auf der italienischen Insel wieder mehr als 500 Tiere. Für viele Fachleute ist das eine der beeindruckendsten Naturschutz-Erfolgsgeschichten des Landes.
„Uber auf Schienen“: Französische Firma rüstet Transporter für Gleise um und belebt stillgelegte Netze
In Frankreich liegen Tausende Kilometer Bahngleise brach, deren Sanierung für schwere, moderne Züge zu teuer wäre.
Ein Start-up hat nun eine alternative Lösung entwickelt, um sie wieder zu nutzen.
Statt klassische Züge einzusetzen, lässt das Ingenieurbüro SICEF künftig hybride Kleintransporter, sogenannte Ferromobile, über die alten Trassen rollen.
Portugal führt EU-Ranking an: Über 80 Prozent des Januarstroms stammen aus erneuerbaren Energien
Nach Angaben des portugiesischen Verbands für erneuerbare Energien APREN stammten im Januar 2026 beeindruckende 80,7 Prozent des im Land erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen.
Das ist der beste Wert seit neun Monaten, nachdem ein massiver Stromausfall in Portugal landesweit Chaos ausgelöst hatte. Im europäischen Vergleich liegt das Land damit insgesamt auf Rang zwei: Das Nicht-EU-Mitglied Norwegen führt mit 96,3 Prozent Ökostrom im vergangenen Monat, Dänemark folgt mit 78,8 Prozent auf Platz drei.
Heiße Sandkörner für ein kühleres Klima: Hat Finnland die Lösung für Emissionen aus Industriewärme gefunden?
Finnland nutzt die unerwartete Kraft von Sand, um industrielle Prozesswärme zu dekarbonisieren – einen großen „blinden Fleck“ bei den weltweiten Emissionen.
Die Erzeugung von Industriewärme gehört zu den größten und schwer lösbaren Quellen von CO2-Emissionen und macht rund ein Fünftel des weltweiten Energieverbrauchs aus.
Verbessern Heißluftfritteusen heimlich die Luft in unseren Wohnungen?
Heißluftfritteusen verbrauchen oft weniger Strom als herkömmliche Backöfen. In Zeiten explodierender Energiepreise helfen sie daher vielen Haushalten, ihre Rechnungen zu senken.
Neue Forschungsergebnisse legen nun nahe, dass sie auch die Raumluft verbessern können – unter einer entscheidenden Voraussetzung.
Positive Umweltgeschichten aus dem Januar 2026
Runter von der Fossilpreis-Achterbahn: Zehn europäische Staaten sagen 9,5 Milliarden Euro für Nordsee-Windparks zu
Fast ein Dutzend Staaten haben sich zusammengeschlossen, um aus der „Fossilpreis-Achterbahn“ auszusteigen und die Windenergie grundlegend auszubauen.
Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Island, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und das Vereinigte Königreich haben die Hamburger Erklärung unterzeichnet. Darin verpflichten sie sich, bis 2050 gemeinsam Offshore-Windparks mit einer Leistung von 100 Gigawatt in der Nordsee zu errichten – genug Strom für rund 143 Millionen Haushalte.
Kann ein „nachhaltiges“ Fungizid Frankreichs Weinberge vor klimabedingten Krankheiten retten?
Für Winzerinnen und Winzer gibt es einen Hoffnungsschimmer, seit Frankreich Fungizide verboten hat, auf die sie sich lange gegen Mehltau und Schimmel verlassen haben.
Sean Smith, Chef des britischen Agrartechnologie-Unternehmens Eden Research, präsentiert nun eine „tragfähige und nachhaltige“ Alternative zu kupferhaltigen Pestiziden.
Solar- und Windkraft überholen in der EU erstmals fossile Energien
Wind- und Solarkraft haben 2025 in der EU erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Energieträger. Fachleute sprechen von einem „wichtigen Meilenstein“ auf dem Weg zu sauberer Energie.
„Historisches“ Hochseeschutzabkommen tritt in Kraft
Das lang erwartete Hochseeschutzabkommen ist in Kraft getreten und gilt als „historischer Meilenstein“ für den weltweiten Meeresschutz.
Die Hohe See bedeckt fast die Hälfte der Erdoberfläche, liegt außerhalb nationaler Hoheitsgebiete und gehört damit zum globalen Gemeingut. Bislang fehlte jedoch ein eigener Rechtsrahmen, um die biologische Vielfalt in diesen internationalen Gewässern zu schützen und den gerechten Zugang zu ihren Ressourcen zu regeln.
Unterschätzte Klimaretter: Die Forscherin, die die Kraft „kohlenstoffsaugender“ Pilze sichtbar machen will
Ein bislang „unsichtbarer“ Schlüssel im Kampf gegen die Klimakrise rückt ins Rampenlicht: Die Evolutionsbiologin Toby Kiers erhält den Tyler Prize for Environmental Achievement 2026.
Die Auszeichnung gilt vielen als „Nobelpreis für das Klima“. Geehrt werden „herausragende“ Forschungsleistungen in Umweltwissenschaften, Gesundheit und Energie zum Nutzen der Menschheit. Der Preis ist mit 250.000 Dollar, rund 215.000 Euro, dotiert.
Wie Korallenriffe der Ozeane zur Geheimwaffe gegen weltweiten Hunger werden könnten
Korallenriffe könnten zu einem entscheidenden Baustein im Kampf gegen den weltweiten Hunger und für bessere Ernährung werden.
Neue Forschungen des Smithsonian Tropical Research Institute STRI zeigen, dass sich Bestände von riffbewohnenden Speisefischen noch auf ein „nachhaltiges Niveau“ aufbauen und so Mangelernährung bekämpfen lassen. An manchen Orten wäre das in nur sechs Jahren möglich.
Seltene Walart erlebt ermutigende Geburtensaison
Eine der seltensten Walarten der Welt bringt in dieser Saison mehr Jungtiere zur Welt als in manchen Vorjahren. Fachleute betonen jedoch, dass es deutlich mehr Geburten braucht, um das Aussterben der Art abzuwenden.
Der Bestand des Nordatlantischen Glattwals wird auf etwa 384 Tiere geschätzt und steigt nach mehreren Jahren des Rückgangs langsam wieder an.
Frankreichs Verbot von „Ewigkeitschemikalien“ tritt in Kraft – das ändert sich jetzt
Frankreichs Verbot von „Ewigkeitschemikalien“ gilt seit dem ersten Januar. Auslöser waren wachsende Sorgen über die gesundheitlichen Folgen dieser langlebigen Schadstoffe.
Das wegweisende Gesetz wurde am 20. Februar 2025 verabschiedet, nachdem mehr als 140.000 Bürgerinnen und Bürger ihre Abgeordneten zum Ja gedrängt hatten.