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Frankenstein als Oper: Psychologisches auf der Bühne

Frankenstein als Oper: Psychologisches auf der Bühne
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Ob in Buchform, auf Leinwand und Mattscheibe oder auf der Bühne: Frankenstein ist ein künstlerischer Dauerbrenner. Jetzt versucht sich US-Komponist Mark Grey an der Geschichte, die Mary Shelley im Jahr 1818 anonym veröffentlichte.

„Wir betrachten eher das Psychologische dieses Werkes: Warum die Kreatur verstoßen wird, warum sie diskriminiert wird und warum sie letztlich aufgrund ihres tierischen Überlebensinstinktes tötet“, sagt Grey.

Die weibliche Komponente

Sopranistin Eleonore Marguerre erläutert: „Ich finde, Elisabeth als Frau ist die Einzige, die dann auch am Schluss versucht, mit der Kreatur Kontakt aufzunehmen und nicht gleich wegrennt oder schreit. Sie versucht, ein bisschen sie zu verstehen. (...) Ich denke, dieser weibliche Aspekt als Gegenüber zu dem männlichen 'Ich erschaffe was, ich muss die Wissenschaft revolutionieren'... Der ist sehr stark und ist gut vertreten. Wir machen's ja auch am Frauentag", erläutert Marguerre.

Die Macher betonten, ihr Bestreben sei gewesen, Frankenstein mal nicht aus der Horrorperspektive abzubilden.

Dramaturgin Júlia Canosa i Serra betont: „Heutzutage sprechen wir über eine neue Spezies: Keine Menschen, aber Menschenähnliche, eine Mischung aus Mensch und Maschine. Wirft das die Identitätsfrage auf? Werden diesen Wesen Rechte und eine Würde zugestanden? Würden sie Steuern zahlen? All diese Fragen sind wesentlich. Und sie stecken bereits in dem Buch."

Zu sehen ist Frankenstein im Brüsseler Opernhaus La Monnaie bis zum 20. März.