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Flugzeugabsturz: Misstrauen gegenüber Boeing

Flugzeugabsturz: Misstrauen gegenüber Boeing
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Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs in Äthiopien am vergangenen Sonntag soll der Flugschreiber in Europa untersucht werden. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise werden die Flugschreiber nach einem Unglück ins Herstellerland geschickt, in diesem Fall die USA. Möglicherweise spielt Misstrauen gegenüber Flugzeughersteller Boeing eine Rolle.

Misstrauen hat auch dazu geführt, dass der betroffene Flugzeugtyp in einigen Ländern nicht mehr fliegen darf. So ist der Luftraum über den meisten europäischen Staaten derzeit für die Boeing 737 Max 8 gesperrt. Auch in Kanada, Indien, mehreren Ländern des Nahen Ostens und weiteren Staaten darf die Boeing nicht fliegen. Allein in China sind von dem dortigen Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen. Zuletzt hatte auch US-Präsident Donald Trump nach einigem Zögern ein Flugverbot verhängt.

Bei der Fluglinie Norwegian will man die Kosten für den Ausfall nicht hinnehmen. "Es liegt jetzt bei den europäischen Luftfahrtbehörden", erklärt Bjørn Kjos, Chef von Norwegian, "wir hoffen und erwarten, dass unsere Flieger bald wieder abheben dürfen. Viele fragen uns nach den finanziellen Auswirkungen. Selbstverständlich werden wir die Kosten, die durch den zeitweisen Ausfall der neuen Flugzeuge entstehen, weitergeben an den Hersteller."

Die vom Hersteller Boeing in Aussicht gestellten Updates für eine Steuerungssoftware werden in den nächsten Tagen erwartet. Das weitgehende Flugverbot für das Mittelstreckenflugzeug hat zunächst kein Chaos ausgelöst. Ferienflieger Tui will den Ausfall seiner Boeing-737-Max-8-Flotte vor dem Osterreiseverkehr mit Charterflugzeugen ausgleichen. Zur Frage möglicher Kompensationszahlungen für den Ausfall wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Der Absturz am vergangenen Sonntag in Äthiopien war bereits der zweite dieses Flugzeugtyps innerhalb weniger Monate. Die Boeing 737 Max 8 ist erst seit Kurzem auf dem Markt.

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