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Nach dem Aus für den Brexit-Deal: Quo vadis, London?

Nach dem Aus für den Brexit-Deal: Quo vadis, London?
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Theresa Mays erneute Niederlage bei der Abstimmung über ihren Brexit-Deal hat die politische Krise in Großbritannien weiter verschärft. 16 Tage vor dem anvisierten Brexit ist vollkommen offen, ob und wann das Land die Europäische Union verlässt.

In den kommenden Tagen muss das Unterhaus entscheiden, ob es eine ungeordneten No-Deal oder eine Verlängerung des Brexit geben soll. Sichtbar angeschlagen und heiser spielte die Premierministerin am Dienstagabend den Ball zurück zu den Abgeordneten.

"Die EU wird wissen wollen, was wir mit einer Erweiterung erreichen wollen, und das Parlament muss diese Frage beantworten. Möchte es Artikel 50 widerrufen? Will es ein zweites Referendum abhalten? Oder will es einen Deal, aber nicht mit diesem Deal? Das sind keine einfachen Entscheidungen, aber dank der Entscheidung, die das Haus heute Abend getroffen hat, sind es Entscheidungen, die jetzt zu treffen sind."

Europa ist zunehmend frustriert

Oppositionsführer Jeremy Corbyn machte klar, welchen Weg er für den Richtigen hält.

"Die Premierministerin hat die Uhr runterlaufen lassen, und ihre Zeit ist abgelaufen. Vielleicht ist es an der Zeit, Neuwahlen abzuhalten, und die Menschen entscheiden lassen, wer sie regieren soll."

Der Rest von Europa blickt mit wachsender Frustration nach London. Der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, bekräftigte Mays Warnung, dass jede Verzögerung des Brexit gerechtfertigt sein muss. Und der Brüsseler Brexit-Unterhändler Michel Barnier twitterte, es sei jetzt wichtiger als je zuvor, sich auf einen No-Deal vorzubereiten.

Brexit - der Fahrplan:

May's Zukunft ungewiss

Unterdessen scheint auch die Zukunft von Theresa May ungewiss.

Peter Mandelson, Labour-Abgeordneter, erklärt:

"Es ist eine furchtbares Durcheinander und ein Debakel für unser Land ... und sie wird ihren Job verlieren, wahrscheinlich eher früher als später, denn ich glaube, die konservative Partei hat genug. "

Die Journalistin Julia Hartley-Brewer findet, May müsse zurücktreten.

"Sie sollte zurücktreten, aber sie tut es nicht, sie wird weiter anrennen. Sie hat so viel Angst vor ihrem eigenen Kabinett und ihren eigenen Abgeordneten, dass sie morgen über einen No-Deal abstimmen lässt. Sie sagt seit zwei Jahren, dass kein Deal besser sei als ein schlechter Deal. Aber im Grunde ist jetzt jeder Deal besser als kein Deal."

Unbekanntes Terrain

Das erneute Scheitern des Deals führt die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt auf unbekanntes Terrain, und das ohne einen klaren Plan.

Ein No-Deal, die Verschiebung des Scheidungstermins, die dritte Neuwahl in vier Jahren oder sogar ein neues Brexit-Referendum - momentan scheinen alle diese Lösungen möglich.