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"Wir haben es satt": Brexit-Frust im EU-Parlament

"Wir haben es satt": Brexit-Frust im EU-Parlament
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Führende EU-Politiker haben mit Frust auf das "Nein" aus London zum Brexit-Deal reagiert. Im Europaparlament in Straßburg wurde der Ruf nach einem zweiten Referendum laut. Einer möglichen Verlängerung der Austrittsfrist würden sich die EU-Partner wohl nicht versperren.

Barnier fordert klare Ansage

Doch Begeisterung klingt anders. "Es ist die Verantwortung der Briten uns zu sagen, wie genau sie sich unsere zukünftige Beziehung vorstellen“, so EU-Chefunterhändler Michel Barnier. „Diese Frage muss vor der Frage einer Verschiebung des Austrittdatums beantwortet werden. Und wozu die Verschiebung eigentlich? Die Verhandlungen über Artikel 50 sind abgeschlossen."

„No Deal“ oder neues Datum?

Mays in letzter Minute noch einmal mit Brüssel nachjustierter Brexit-Vertrag war gestern Abend erneut abgelehnt worden. Heute entscheidet das Unterhaus über den ungeregelten Austritt, den "No Deal". Gibt es auch für diesen keine Mehrheit, wollen die Abgeordneten vermutlich morgen über eine Verschiebung des EU-Austritts abstimmen.

Guy Verhofstadt, Chef der liberalen Fraktion im EU-Parlament, warf dem Unterhaus vor, parteipolitisches Kalkül über das Wohl des Landes zu stellen. „Wir fangen gar nicht erst an, über eine Verlängerung der Austrittsfrist zu reden. Ich sehe keinen Grund dafür solange wir nicht wissen, wie die mehrheitliche Haltung des britischen Parlaments ist. Warum sollten wir auch nur einer kurzen Verlängerung zustimmen, wenn es keine klare Position des Unterhauses gibt“, sagte der Belgier in Straßburg.

Brexit - der Fahrplan:

Farage: „Wir wollen nicht von Ihnen regiert werden!“

Auch der ehemalige UKIP-Politiker Nigel Farage plädierte gegen einen späteren Austritt – allerdings aus anderen Beweggründen als seine Kollegen.

„Wir haben es satt“, donnerte der Brite den EU-Abgeordneten entgegen. „Den knurrenden Unmut von Herrn Verhofstadt gegenüber unserem Land, Herrn Barniers bürokratische Sturheit, den Schwall von Beleidigungen, die von Herrn Tusk kommen. Wir sind uns einig. Wir wollen nicht von Ihnen regiert werden!“

Kommt es tatsächlich zu einer Verlängerung der Brexit-Frist, wird Brüssel diese wohl möglichst kurz halten – damit die Europawahlen davon unbeeinflusst bleiben.

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