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Tschechischer Supercomputer unterstützt Unternehmen

Tschechischer Supercomputer unterstützt Unternehmen
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In der tschechischen Stadt Ostrava steht ein Supercomputer: Experten des Zentrums "IT4Innovations" wollen mithilfe der Maschine - die eine Leistung von 13.000 Laptops hat - Unternehmen dabei unterstützen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen.

"Wir versuchen, die Unternehmen zu unterstützen und ihnen zu zeigen, wie sie HPC-Technologien, d.h. Hochleistungs-Computertechnologien für ihre Unternehmen einsetzen können. Wir stellen ihnen Experten und unsere Erfahrungen zur Verfügung, wir helfen ihnen, solche Technologien für ihre Unternehmen zu nutzen", sagt Vít Vondrák, IT4Innovations-Chef.

Unternehmen sind schneller und innvativer

Eine Firma, die davon profitiert, produziert medizinische Prothesen. Dazu gehört ein 3D-gedruckter Helm für Babys mit deformierten Köpfen. Er ist leicht und atmungsaktiv und hilft dem Schädel, sich richtig zu entwickeln. Der Helmdesigner nutzt den Supercomputer, um die Helmform individuell für jedes einzelne Baby zu entwickeln. Die zusätzliche Rechenleistung hilft dem Unternehmen, die Produktion zu erhöhen, um auf den europäischen und den nordamerikanischen Markt zu expandieren. Mitgründer und Chefdesigner der Invent Medical Group Aleš Grygar sagt:

"Alle unsere Produkte bestehen aus 3D-Daten im Computer. Stellen Sie sich vor, man baut bzw. zeichnet sie im Computer, das dauert acht Stunden. Mit einem Supercomputer geht das innerhalb von acht Sekunden."

EU unterstützt einen Supercomputer in Tschechien

Das Hochleistungsrechenzentrum IT4Innovations wurde mit Mittel der EU-Kohäsionspolitik in Höhe von 61 Millionen Euro unterstützt, außerdem wurde es mit 10,7 Millionen Euro vom tschechischen Staat gefördert. Bis dato wurden 137 Projekte mit der Industrie realisiert und über 2000 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht.

Einer der Industriepartner ist eine Firma, die Bahnsitze herstellt. Das Unternehmen nutzt den Supercomputer für virtuelle Crashtests neuer Sitzkonzepte. Die Verwendung digitaler Modelle anstelle von realen Prototypen spart viel Geld und Zeit und sorgt im Ergebnis für stärkere und leichtere Sitze:

"Wir nutzen den Supercomputer für ein besseres Verständnis, wie man die Hauptstruktur der Sitze ändert, wie man Verstärkungen macht, wie man den Schweißprozess optimiert sowie die Rohrdicke oder Teile des Sitzes", so Radomír Bělík, Bauingenieur, Borcad.

Das Zentrum bereitet sich gerade auf ein Upgrade vor: Im Frühjahr soll ein so genannter Petascale-Computer installiert werden, um KI- und maschinelle Lernanwendungen zu entwickeln. Das Rechenzentrum ist fast zu 100% ausgelastet und hilft Wissenschaftlern, Ingenieuren und Unternehmern, schnell und innovativ zu sein. Vít Vondrák:

"Es ist toll zu sehen, dass der Supercomputer Probleme lösen kann, die ohne seine Hilfe nicht zu beheben wären. Das macht mich sehr glücklich."