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Kathedrale Notre-Dame: Unwiederbringliche Verluste

Kathedrale Notre-Dame: Unwiederbringliche Verluste
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REUTERS/Yves Herman
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Zwei Weltkriege hat die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame nahezu unbeschadet überstanden - zuletzt wurde sie während der franzözischen Revolution stark beschädigt.

Das Feuer vom Montagabend zerstörte nun den Dachstuhl, der aus dem 12. Jahrhundert stammt und den aufgebauten Spitzturm - er wurde der imposanten Kathedrale jedoch erst im 19. Jahrhundert hinzugefügt. Der Verlust des wertvollen Dachstuhls ist den Architekten zufolge ein unwiederbringlicher Verlust gotischer Architektur.

Wertvoller Kirchenschatz in Sicherheit

Wertvolle Reliquien wie die Dornenkrone, die Jesus auf dem Weg zu seiner Kreuzigung getragen haben soll, wurde von den Flammen verschont. Ob auch der Nagel und ein Splitter vom Kreuz Jesu überlebt haben, ist derzeit nicht bekannt. Die drei Reliquien wurden 1239 vom französischen König Ludwig IX. erworben und nach Paris gebracht.

REUTERS/Philippe Wojazer/File Photo

Rosettenfenster wahrscheinlich nicht mehr intakt

Bekannt ist das Gotteshaus für seine Buntglasfenster - sie gelten als die schönsten in Europa. Bekannt sind vor allem drei großen Rosettenfenster aus dem 13. Jahrhundert. Ob sie den Brand überlebt haben, ist unklar, nachdem berichtet wurde, dass die Bleirahmen, in denen sie sich befanden, geschmolzen sind.

REUTERS/Charles Platiau/File Photo

Unter den Kunstschätzen ist auch ein hölzernes Standbild aus dem Jahr 1300 - dass womöglich den Flammen zum Opfer fiel.

Stätte eines bedeutenden Kulturerbes

Notre-Dame beherbergt nicht nur viele Kunstwerke - dort heiratete der französische König Heinrich IV. und Napoleon ließ sich zum Kaiser krönen. 1944 wurde hier die Befreiung von Paris von der deutschen Besetzung mit einem Gedenkgottesdienst gefeiert.

Sechzehn rund 3 Meter hohe Kupferfiguren waren erst in der vergangenen Woche zur Restaurierung abmontiert worden.

Das Wahrzeichen von Paris hat auch Schriftsteller inspiriert: Victor Hugo rückte die Kathedrale in den Mittelpunkt seines 1831 erschienenen Romans "Der Glöckner von Notre Dame" - ein Werk, das dazu beitrug, dass die Kirche ab 1844 saniert wurde.