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"Forum zum Interkulturellen Dialog" in Baku: Austausch für den Frieden

"Forum zum Interkulturellen Dialog" in Baku: Austausch für den Frieden
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Extremismus - häufig religiös motiviert - ist in den Nachrichten allgegenwärtig. Das Misstrauen wächst, zwischen Gemeinschaften entsteht Hass. Die Teilnehmer des "Weltforums für Interkulturellen Dialog" in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku haben versucht, herauszufinden, wie Frieden gefördert werden kann, indem man miteinander spricht.

Mehr als 500 Mitglieder internationaler Organisationen und NGOs, sowie Vertreter von Religionen und Forscher haben sich zur 5. Ausgabe der Konferenz getroffen. Veranstaltet wurde sie von Präsident Ilham Aliyev. Für ihn ist klar: "Wir wollen zeigen, dass gegenseitiger guter Wille die Welt sicherer und planbarer machen kann und dass der Dialog miteinander der beste Weg ist, Lösungen zu finden."

Multi-ethnisches Sri Lanka

Eines der Länder, die in der Vergangenheit häufig mit Extremismus zu kämpfen hatten ist Sri Lanka. Erst vor kurzem hatte es dort Anschläge gegeben. Es ist ein Land, in dem vier verschiedene ethnische und religiöse Gruppen leben. Konferenzteilnehmerin Neluni Tillekeratne arbeitet für eine Organisation, die junge Menschen aus diesen Gruppen zusammenbringt. Hintergrund für ihr Engagement ist eine Umfrage, die ergeben hat, dass 70 Prozent der sri-lankischen Bevölkerung keine andersgläubigen Freunde hat.

Neluni Tillekeratne, NGO-Mitarbeiterin

"Wenn man keine Freundschaften zu Menschen außerhalb der eigenen ethnischen Gruppe pflegt, wie begründet man dann, jemanden anderen zu verletzen? Es sind Dinge, die man gehört hat, Vorurteile, Annahmen."

Auch nach den islamistischen Anschlägen im April hat sich die Bewegung für die Einheit stark gemacht.

"Unsere Sri-Lanka-Unites-Studenten sind sofort in den sozialen Medien aktiv gewesen und haben ihren Familien und Freunden ganz klar gesagt: Wir wissen, dass es eine islamistische Gruppe war, aber wir haben viele muslimische Freunde aus allen Teilen des Landes, die das verurteilen. Wir sind Buddhisten, wir sind Singhalesen, wir sind Christen - aber für uns gehört auch die muslimische Gemeinschaft zu Sri Lanka."
Neluni Tillekeratne
NGO-Mitarbeiterin

Einer, der den Hass psychisch und körperlich zu spüren bekommen hat ist James Wuye, Pastor aus Nigeria. Er hat gelernt, zu vergeben. "Ich habe meine Hand vor rund 25 Jahren verloren, als ich gegen Muslime in meiner Gemeinde kämpfte. Ich habe sie verloren, als ich versuchte, die Kirche zu beschützen."

James Wuye, Pastor aus Nigeria

Für ihn gibt es nur einen Weg zu Frieden und Freude:

"Wenn man aufhört zu hassen, wird einem auch verziehen! [...] Wenn Staaten anderen Staaten nicht vergeben, werden sie sich gegenseitig zerstören. Irgendwann muss dann Schluss sein!"
James Wuye
Pastor aus Nigeria

Dialog, Toleranz und Vergebung, um tief verwurzelten Hass und Konflikte zwischen Gemeinschaften und Ländern zu überwinden - darum geht es beim Weltforum für interkulturellen Dialog in Baku.