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#EUroadtrip: Ungarns Wandel durch die Flüchtlingskrise

#EUroadtrip: Ungarns Wandel durch die Flüchtlingskrise
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Für unseren Road Trip sind wir heute im ungarischen Ásotthalom. In der Flüchtlingskrise 2015 kamen viele Migranten in diesen Teil Ungarns.

Für die Leute in diesen ungarischen Dörfern sind Flüchtlinge nichts Neues, meistens verstecken sie sich in den Wäldern. Doch vor vier Jahren kamen sie auf einmal zu Dutzenden. Landwirt János Tóth erinnert sich noch gut an diese Tage:

"Es waren insgesamt 16 Menschen. Zwei kamen auf den Hof, sie sagten, dass sie Wasser brauchen. Ich sagte, ja, sie können Wasser bekommen. Sie kamen herein, standen in einer Schlange, sie pumpten das Wasser. Ich pumpte zuerst, dann meinten sie, sie könnten es selber machen. Jeder trank etwa einen Liter, also ziemlich viel. Das war alles, was ich tun konnte. Aber es war kein Problem, es ist für mich vollkommen normal, jedem, der es braucht, Essen oder Wasser zu geben."

"Haben sie denn irgendetwas gestohlen oder etwas kaputt gemacht?"

János Tóth: "Nein, nicht hier. Es ist eigentlich nur wenig passiert, sie haben ein paar Pflanzen zertrampelt. Sie haben gar nicht darauf geachtet, wo sie hintraten, sie gingen einfach überall durch, so wie das eben Tiere machen, die sich einfach nicht um sowas kümmern. Nehmen wir an, der Zaun wäre im Weg gewesen, sie hätten ihn niedergerissen und wären weitergegangen. Aber, das war jetzt nicht wirklich ein Problem, eher nur etwas ärgerlich."

Ungarns Reaktion: Hightech-Zaun und Grenzschutz

Ungarns Reaktion war ein Hightech-Abwehrzaun. Tamás Szalma vom Zivilschutz erzählte uns, dass die Menschen auf dem Land Mitgefühl hatten - mit den Familien, die aus dem Kosovo und aus Syrien kamen. Das änderte sich jedoch.

Tamás Szalma: "Als plötzlich Gruppen von 30-40 jungen Männern im Soldatenalter auf der Straße marschierten, wurden die Leute nachdenklich: Sie sagten, oh, ist das wirklich gut für uns? Das sind nicht mehr Familien mit kleinen Kindern, die nach Wasser fragen. Das war der Moment, der die Leute hier in Alarmbereitschaft versetzt hat."

Obwohl er sich eigentlich um den Schutz der Ernten auf dem Feld kümmert, will Tamás nun auch dem Grenzschutz helfen: "Noch in diesem Jahr konnten wir einige Flüchtlinge fangen, obwohl das eigentlich nicht unsere Aufgabe ist. Aber von dem Moment an, als sie über den Zaun kamen, haben sie eine Art Straftat begangen. Und der Zivilschutz muss nun mal einen Kriminellen fassen, der auf frischer Tat ertappt wird. Das ist für uns Pflicht."

Auf dem Land ist wieder Ruhe eingekehrt. Aber das, was sich hier vor vier Jahren abgespielt hat, prägt noch immer die Politik in Europa.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie von Euronews. Die anderen Geschichten finden Sie in unserer Übersicht:

#EUroadtrip | Euronews berichtet vor den Europawahlen aus der EU