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Krisengipfel: Saudi-Arabien weist Iran zurecht

Krisengipfel: Saudi-Arabien weist Iran zurecht
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REUTERS/Hamad l Mohammed Kuwaiti
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In Mekka haben sich führende Vertreter des Golf-Kooperationsrats (GCC) und der Arabischen Liga zu Krisengipfeln getroffen. Dabei forderten Saudi-Arabien und seine Verbündeten den Iran auf, die Souveränität arabischer Staaten zu achten. In einer Abschlusserklärung heißt es, die Sicherheit der Golfstaaten sei "eine Säule der regionalen Stabilität". Die Treffen gelten als Versuch Saudi-Arabiens, die anderen Länder der Region gegen den Iran in Stellung zu bringen. Das sunnitische Königreich sieht im vorwiegend schiitischen Iran einen Erzfeind und wirft ihm immer wieder Gewaltakte im Nahen Osten vor.

Vor kurzem hatten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe vor ihrer Küste gemeldet. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, erklärte, dahinter stecke „beinahe sicher“ der Iran. US-Außenminister Mike Pompeo sagte, Bolton werde kommende Woche den Vereinten Nationen Beweise vorlegen, dass der Iran die Angriffe auf die Schiffe durchgeführt habe. „Das waren die Bemühungen der Iraner, den Preis für Rohöl weltweit zu erhöhen.“ Die Führung in Teheran bestreitet das.

Der saudi-arabische König Salman rief bei dem Krisentreffen in Mekka die internationale Gemeinschaft auf, die "zerstörerischen" Aktivitäten seines Erzrivalen Iran zu stoppen. Er warf dem Land vor, Terror zu unterstützen und seinen Einfluss ausweiten zu wollen.

"Heilige Stadt Mekka politisch ausgenutzt"

Trotz aller Feindschaft will Saudi-Arabien nach eigenen Angaben aber keinen Krieg mit dem Iran. Dieser hat indes die Abschlusserklärung der Krisengipfel verurteilt. „Saudi-Arabien hat den heiligen Monat Ramadan und die heilige Stadt Mekka politisch ausgenutzt, um im Namen anderer Länder grundlose Behauptungen gegen den Iran in die Welt zu setzen“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. Das Hauptziel der islamischen und arabischen Welt sollte die Befreiung Palästinas von illegaler israelischer Besetzung sein - und nicht, sich gegenseitig aufzuhetzen.

Riad hatte zusammen mit seinem Verbündeten USA in den vergangenen Wochen den Ton gegenüber dem Nachbarn deutlich verschärft und so Sorgen vor einem neuen Krieg in der ohnehin von Krisen geplagten Region geweckt. Washington entsandte zudem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten.

Stellvertreterkriege in Syrien und Jemen

In regionalen Konflikten stehen die beiden Länder auf unterschiedlichen Seiten. So ist der Iran im syrischen Bürgerkrieg einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad, während Saudi-Arabien die Opposition unterstützt und bewaffnete. In Jemens Bürgerkrieg bekämpft die saudische Armee die Huthi-Rebellen, in denen sie einen Verbündeten der Regierung in Teheran sieht.

Die Huthis hatten in den vergangenen Wochen mehrfach Ziele in Saudi-Arabien mit Drohnen angegriffen. Sie nahmen unter anderem eine der wichtigsten Pipelines des ölreichen Landes ins Visier. Auch dafür machte Saudi-Arabien den Iran verantwortlich.